Die Merkur Privatbank leidet nach wie vor unter der Immobilien-Krise in Deutschland. Die Risikovorsorge musste weiter erhöht werden, was das Ergebnis belastet. Eine Stütze für die inhabergeführte Münchner Bank ist die Vermögensverwaltung. Nach einem scharfen Einbruch, konnte sich der Kurs der Merkur Privatbank-Aktie inzwischen wieder spürbar erholen.
Durch die Neubewertung einzelner Immobilienfinanzierungen musste die Risikovorsorge der Merkur Privatbank im Jahresvergleich von 13,0 auf 20,4 Millionen Euro erhöht werden. Dieser Anstieg belastet das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit, das deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 16,2 Millionen Euro lag. Nach Steuern verbleibt ein Periodengewinn von 4,5 Millionen Euro, nach 5,5 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Teilbetriebsergebnis fiel, auch durch höhere Personal- und Verwaltungskosten, von 38,5 auf 30,6 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Das Zinsergebnis litt unter dem veränderten Zinsumfeld und der Reduzierung der Kreditvolumina und kam auf 52,6 Millionen Euro, nach 56,2 Millionen Euro in der gleichen Vorjahresperiode. Im Gegensatz zur Bauträgerfinanzierung läuft es in der Vermögensverwaltung recht erfreulich: Der Provisionsüberschuss kletterte aufgrund des gestiegenen verwalteten Kundenvermögens um sechs Prozent auf 18,3 Millionen Euro (Vorjahr: 17,2 Millionen Euro).
Die positive Entwicklung im Vermögensmanagement zeigt sich insbesondere durch anhaltend hohen Kundenzuflüssen in die Assets under Management der Bank: Diese wurden gegenüber dem Jahresende 2025 von 5,0 auf knapp 5,5 Milliarden Euro gesteigert. Die Nettozuflüsse beliefen sich, ohne institutionelle Kunden, auf 341,9 Millionen Euro (Vorjahr: 315,0 Millionen Euro).
„Trotz des weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds konnten wir im Vermögensmanagement unsere positive Entwicklung fortsetzen und die Assets under Management weiter steigern. Gleichzeitig haben wir unsere Kreditstrategie wie avisiert vorausschauend angepasst und die Risikovorsorge erhöht.“
Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsführung und persönlich haftender Gesellschafter
Die Immobilien-Krise dürfte für die Merkur Privatbank noch nicht ausgestanden sein, was letztlich ein weitere Erhöhung der Risikovorsorge und damit sinkende Gewinne zur Folge haben könnte. Langfristig hat die Merkur Privatbank bislang bewiesen, dass sie auch schwierige Situationen meistern kann.
Merkur Privatbank-Aktie (Tageschart): Erholung



