Mitte/Ende Mai (2026) gab es bei der Birkenstock–Aktie eine rasante Kurswende (siehe auch Dollar-Tageschart Börse New York unten). Die Notierung schoss nach oben. Die Bekanntgabe eines Aktienrückkaufprogramms beflügelte die Fantasien der Börsianer.
Birkenstock ist seit dem 11. Oktober 2023 an die New Yorker Börse notiert. Dividenden wurden seitdem noch nicht an die Aktionäre ausgeschüttet worden; das Modeunternehmen mit den ikonischen Sandalen setzt(e) auf Wachstum.
Deswegen war das Aktienrückkaufprogramm, das am 21. Mai bekanntgegeben wurde, auch eine gewisse Überraschung. Aktien im Wert von 250 Millionen Dollar sollen durch einen Accelerated share repurchase (ASR) mit Hilfe von Goldman Sachs am Markt beschleunigt eingesamt werden.
Der Vorstand von Birkenstock ist mit der Aktien-Performance unzufrieden: Die kurzfristige Marktdynamik habe zu einem starken Missverhältnis zwischen Aktienkurs und den Fundamentaldaten des Unternehmens geführt, glaubt CEO Oliver Reichert. Das beschleunigte 250-Millionen-Dollar-Aktienrückkaufprogramm sei ein „starkes Statement“, dass der Vorstand kurz- und langfristig von der Werthaltigkeit von Birkenstock überzeugt sei.
Mit Aktienrückkaufprogrammen ist das immer so eine Sache: Einerseits bedeutet diese Form des Financial Engineering in der Regel steigende Kurse, da das Angebot der Aktien am Markt verkleinert wird, zur Freude der Bestandsaktionäre, die im Fall von Birkenstock auch (noch) keine Dividende erhalten haben, andererseits könnte es aber auch ein Hinweis darauf sein, dass der Vorstand womöglich nicht so recht weiß, wie er vorhandenen Cash – zum Ende des zweiten Quartals 2026 (bis März) waren es 201 Millionen Euro – im Unternehmen investieren soll.
Bei Birkenstock goutiert die Börse den Aktienrückkauf, die (kurzfristige) Kursentwicklung zeigt das eindeutig. Jüngst hat die Aktie die (noch) fallende 200-Tage-Durchschnittslinie und die Abwärtstrendlinie überwunden, was ein Hausse-Signal ist.
Positiv auch: Aktuell hat das Birkenstock-Papier die Widerstandszone im Bereich von 42/45 Dollar (Börse New York) nach oben verlassen. Dieses gesamte charttechnische Szenario lässt auf weiter steigende Kurse hoffen.
Fundamental ist der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um acht Prozent auf 618 Millionen Euro gestiegen, der Nettogewinn allerdings um 22 Prozent auf 82 Millionen Euro gefallen. Entsprechend ging der Gewinn je Aktie von 0,56 auf 0,45 Euro (bereinigt waren es 0,50 Euro) im Jahresquartalsvergleich zurück.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Birkenstock einen Umsatz-Anstieg (währungsbereinigt) zwischen 13 und 15 Prozent und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,90 bis 2,05 Euro. Auf derzeitiger Kursbasis würde das einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 20 entsprechen. Das ist vertretbar, angesichts einer operativen Marge (bereinigtes Ebitda) von 32,3 Prozent in diesem Geschäft.
Die technischen Chancen stehen gut, dass sich der Kursaufschwung der Birkenstock-Aktie weiter fortsetzt. Die Risiken für Birkenstock sind jedoch nicht vom Tisch: Konsumflaute (Deutschland), Zölle, hohe Transport-, Material- und Energie-Kosten. Gleichwohl ist Birkenstock ein Luxus-Mode-Artikel, der von Konsumenten gekauft wird, die sicherlich nicht auf den letzten Cent achten.
Birkenstock-Aktie (Tageschart, NYSE, Dollar): Abwärtstrend gebrochen



