Noch im vergangenen Sommer war die Jungheinrich-Aktie (621993) bei Kursen um 40 Euro auf dem Weg in Richtung Rekordhoch, welches im Jahr 2021 bei 47,88 Euro markiert worden war. Seit Juli 2025 ging es aber abwärts. Dies lag einerseits an der generell schwachen Konjunkturentwicklung, andererseits aber auch an internen Problemen und an streikenden Mitarbeitern. Zudem trennte sich der Gabelstaplerhersteller schon nach rund vier Monaten von seiner Finanzchefin.
Heike Wulff hatte erst zu Jahresbeginn den CFO-Posten übernommen. Nun wurde bekannt, dass die Finanzchefin den Konzern bereits zum 1. Mai 2027 wieder verlassen wird, ihre Aufgaben aber wohl bereits an Jungheinrich-Chef Lars Brzoska übertragen hat. Details wurden nicht bekannt, aber es dürfte klar sein, dass es wohl mit dem Vorstandschef und dem Aufsichtsrat zu Unstimmigkeiten gekommen war.
Dies belastete den Kurs der Jungheinrich-Vorzüge ebenso wie die Sorge um die Konjunkturentwicklung. Denn das Papier des Herstellers von Gabelstaplern gilt als zyklisch: Es profitiert von einer Konjunkturerholung, wird aber bei negativen Konjunkturprognosen schnell abgestraft.
Zudem waren auch die 2025er Zahlen am unteren Ende der Erwartungen. Hoffnung macht jetzt der Start ins neue Geschäftsjahr, da Jungheinrich im ersten Quartal lediglich einen Umsatzrückgang von 1,30 auf 1,27 Milliarden Euro verzeichnete, was einem Minus von 2,5 Prozent entspricht. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es allerdings zu einem Einbruch um 46 Prozent auf 50,50 Millionen Euro.
Belastend wirken sich auch Streiks im Werk Lüneburg aus. Zudem belasteten noch Einmal-Effekte aus der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft. CEO Brzoska zeigte sich nicht zufrieden mit der Entwicklung. Er hält aber an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest, die Ende März veröffentlicht worden war:
Demnach soll der Konzernumsatz bei 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro durchs Ziel gehen, nach 5,5 Milliarden Euro in 2025. Das Ebit wird auf 380 bis 450 Millionen Euro geschätzt. Hier lag der Vorjahreswert lediglich bei 228 Millionen Euro, nachdem schon Kosten für Restrukturierungen belastet hatten.
Fazit: Die Jungheinrich Vorzüge befinden sich derzeit weiterhin im Abwärtstrend. Allerdings könnte im Bereich der 25-Euro-Marke eine Unterstützungszone entstehen. Von dort wäre eine Erholung möglich, die den Wert zunächst bis an die 35-Euro-Marke führen sollten. Dafür spricht auch die Fundamentalbewertung: So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (auf Basis der Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr) lediglich bei zehn. Langfristanleger können daher durchaus im Bereich von 25 Euro Kauflimits platzieren und auf eine Gegenbewegung setzen.
Jungheinrich Vorzüge (Tageschart): Wo gelingt die Bodenbildung?



