Mensch und Maschine-Chairman Adi Drotleff und CFO Markus Pech sehen langfristig noch viel Potential für das Software-Unternehmen: „Unser oberstes Ziel ist die Verdoppelung des EPS [A.d.R.: Gewinn je Aktie] auf mehr als 3,80 Euro in den fünf Jahren bis 2030. Das dafür benötigte mittlere Gewinnwachstum von plus 15 Prozent pro Jahr dürfte eine Schwankungsbreite von elf Prozent bis 19 Prozent aufweisen. Wir bleiben auch bei der Dividenden-Vollausschüttung, die wir uns leisten können, weil die Software-Entwicklung – 2025: mehr als 28 Millionen Euro – größtenteils direkt in die Betriebskosten gebucht und nur zu einem geringen Teil aktiviert wird.“
Das sind – eigentlich – gute Aussichten für den CAD/CAM/BIM-Spezialisten und die Aktie. Und die Börse? Dort fällt das Papier am Tag der Bekanntgabe der Vorabzahlen (11. Februar) um rund vier Prozent und testet damit das November-Tief (2025). Aber Software-Unternehmen sind generell am Markt derzeit nicht wohlgelitten, da spekuliert wird, dass künstliche Intelligenz (KI) und Firmen, wie das KI-Startup Anthropic [siehe auch HIER], demnächst viel an althergebrachter Software ersetzen könnten. Noch ist es längst nicht soweit, aber ganz abwegig ist der Gedanke auch nicht, weshalb die Bewertungen vorsichtshalber zurückgenommen werden, auch bei Unternehmen wie Mensch und Maschine, die mit ihrer Software (sehr) tief in Prozessen (Maschinen-Steuerung) verankert sind.
So findet sich auf den ersten Blick auch bei Mensch und Maschine Bedenkenswertes: Der Umsatz ist 2025 um 27 Prozent auf 238,5 Millionen Euro gefallen, allerdings hängt das damit zusammen, dass mit der Umstellung von Wiederverkauf auf Provision der Großteil des nicht wertschöpfenden Umsatzes aus Autodesk-Einkauf (Software-Basis) weggefallen ist. Das von MuM betreute Marktvolumen inklusive von Autodesk direkt fakturierter Umsätze legte hingegen um rund sechs Prozent auf mehr als 373 Millionen Euro zu. Der Rohertrag stieg um 4,2 Prozent auf den Rekordwert von 181,8 Millionen Euro.
Der Betriebsgewinn (Ebit) verbesserte sich um 5,7 Prozent auf den Rekordwert von 49,1 Millionen Euro, womit eine Ebit-Marge von stattlichen 20,6 Prozent (Vorjahr: 14,3 Prozent) erreicht wurde. Operativ ging es mit dem Ebit um elf Prozent auf 51,5 Millionen Euro nach oben.
Der Nettogewinn (nach Anteilen Dritter) kletterte auf rund 31,7 Millionen Euro (ebenfalls ein Rekordwert) beziehungsweise 1,90 Euro (Vorjahr: 1,80 Euro) pro Aktie. MuM wird der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 (1,85) Euro vorschlagen – im dritten Quartal war noch von 2,05 bis 2,15 Euro je Aktie die Rede [siehe auch HIER]. Aktuell errechnet sich daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 21,4 und eine Dividenden-Rendite von 4,9 Prozent. Nettogewinn und Dividende sind seit 2025 somit um durchschnittlich 23 Prozent pro Jahr gewachsen (19 Prozent beim Ebit).
Stand jetzt erwirtschaftet Mensch und Maschine einen ordentlichen Gewinn und eine hohe Ausschüttung. Das KGV ist durch die stattliche Marge vertretbar. Doch von Software, auch von solcher, die Maschinen steuert, will die Börse derzeit offenbar nichts wissen. Der Kursrückgang erscheint in diesem Ausmaß nicht gerechtfertigt, auch wenn das Wachstum bei MuM zuletzt etwas kräftiger hätte sein können (auch bedingt durch die Autodesk-Umstellung) und wieder kräftiger werden sollte. Mutige Investoren könnten sich auf diesem Niveau, so dieses hält, Stücke ins Depot legen, charttechnisch kritisch wird es bei Kursen unter 40,30 Euro.
Nachtrag vom 13. Februar 2026: Die charttechnische Unterstützung bei 40,30 Euro hat nicht gehalten. Aktuell notiert die MuM-Aktie bei 38,05 Euro. Damit hat sich die technische Situation (erheblich) eingetrübt. Würde sich auch die 38-Euro-Marke als nicht robust genug erweisen, könnte es bis auf rund 30 Euro abwärts gehen.
Mensch und Maschine-Aktie (Tageschart): kritischer Test des Tiefs



