Es ist schon rund 14 Monaten her, dass wir uns zuletzt mit der Fielmann-Aktie (577220) beschäftigt haben. Damals näherte sich das Papier der 60-Euro-Marke an und befand sich im Aufwärtstrend. Wir waren allerdings zu diesem Zeitpunkt der Meinung, dass die Luft dünner werden müsste [HIER klicken]. Und tatsächlich drehte der Titel anschließend. Aktuell kostet das Papier sogar weniger als 40,00 Euro.
In den vergangenen Monaten kannte die Fielmann-Aktie nur den Weg nach unten. Immer wieder markierte der Titel neue Zwischentiefs: Zunächst kurz nach dem Jahreswechsel, dann im Juli und zuletzt im August bei 37,95 Euro. Schuld daran war einerseits die schwache Konjunktur, die eine gewisse Nachfrageschwäche bei hochwertigen Brillen auslöst. Andererseits kostet die internationale Expansion weiterhin viel Geld.
Zuletzt verschreckte die Anleger zudem eine Senkung der Gewinn-Prognose, die Anfang Juli den Markt nach den Halbjahreszahlen erreicht hat. So erwartet der Brillen-Filialist nun nur noch das untere Ende der vorher prognostizierten Spanne für die Marge des Ergebnisses vor Steuern. Nachdem bislang zwölf bis 13 Prozent erwartet worden waren, sollen es nun nur noch rund zwölf Prozent werden.
Immerhin steigende Fielmann den Umsatz im ersten Halbjahr um rund zwei Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, was allerdings vor allem dem Ausbau des internationalen Geschäfts geschuldet ist. Beim bereinigen operativen Ergebnis (Ebitda) ging es gleichzeitig minimal um vier Millionen auf 296 Millionen Euro nach oben.
Diese Werte lagen allesamt im Rahmen der Erwartungen. dennoch neigte die Aktie weiter zur Schwäche. Charttechnisch könnte nun allerdings im Bereich der 38-Euro-Marke tatsächlich ein Boden gefunden werden, da hier aus der Vergangenheit alte Unterstützungszonen zu erkennen sind, die bis ins Jahr 2022 zurückreichen.
Auch fundamental lässt sich eine Trendwerte rechtfertigen. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis – auf Basis der Schätzungen für 2027 – liegt nur noch bei 14, was im historischen Vergleich ein niedriger Wert für die Fielmann-Aktie ist. Zudem sollte auch die Dividenden-Rendite von mehr als 3,6 Prozent zumindest für Stabilität sorgen. Langfristanleger, die an eine gewisse Erholung der Konjunktur glauben, können daher nun Positionen aufbauen.
Fielmann-Aktie (Tageschart): Boden in Sicht?



