Nun also doch: Der Großaktionär Frasers Group will den Modekonzern Hugo Boss übernehmen. Dazu hat das mehrheitlich dem britischen Milliardär Mike Ashley gehörende Unternehmen ein entsprechendes Übernahmeangebot auf den Tisch gelegt. Dies scheint auf den ersten Blick wenig attraktiv. Trotzdem kann die Hugo Boss-Aktie (A1PHFF) am heutigen Donnerstag kräftig zulegen.
Die Frasers Group bietet 38 Euro pro Aktie. Sind nur rund fünf Prozent mehr als der Börsenkurs vom gestrigen Mittwoch. Allerdings hält Frasers bereits rund 26 Prozent der Hugo Boss-Anteilscheine und verfügt offensichtlich auch über entsprechende Optionen, die ihm den Zugriff auf weitere Aktienpakete ermöglichen. Daher kommt Frasers wohl nur der Tatsache zuvor, ein Pflicht-Übernahmeangebot abzugeben. Denn dies ist notwendig, wenn Frasers die 30-Prozent-Marke, beispielsweise mittels der gehaltenen Optionen, überschritten hätte.
Nun stellt sich die Frage, wie von uns bereits im März spekuliert [HIER klicken], ob ein weiterer Investor in einen Bieterkampf um Deutschlands letzten börsennotierten Modehändler einsteigen will. Denn dann wären noch deutlich höhere Kurse möglich. Allerdings ist dieser Bieter aktuell nicht in Sicht.
Anleger, die keinen weißen Ritter sehen, nutzten den jüngsten Kursanstieg und realisiert eventuelle Gewinne, da die Aktie mit Kursen klar über 39 Euro immerhin mehr als einen Euro über dem gebotenen Übernahmepreis notiert.
Einen Neueinstieg auf dem nun erhöhten Niveau halten wir in jedem Fall für zu riskant und zudem hochspekulativ. So kann Frasers beispielsweise seine Offerte zurückziehen oder sich damit zufriedengeben, wenn die Briten mit der aktuellen Offerte eine klare Mehrheit an Hugo Boss erreicht haben und damit die Zukunft der bekannten Mode-Marke maßgeblich entscheiden können.
Spannend bleibt vor diesem Hintergrund das bereits mehrfach (zuletzt im März; HIER klicken] empfohlene Discount-Zertifikat (UN1B62) mit Cap bei 32,50 Euro. Bei einer Laufzeit bis zum 18. September 2026 ist bei einem Neueinstieg nur noch eine Maximalrendite von knapp 2,9 Prozent oder 10,1 Prozent p. a. möglich. Wir raten daher von Zukäufen ab. Wer das Geld nicht benötigt, kann aber den Discounter bis zur Fälligkeit halten.
Mit Blick auf das Übernahmeangebot erscheint uns hingegen ein Discount-Zertifikat (PK767L) mit einem Cap bei 36 Euro aktuell attraktiver. Sofern die Boss-Aktie am Bewertungstag, dem 19 März 2027, über dem Cap-Level durchs Ziel geht, erzielen Anleger immerhin eine Maximalrendite von 4,6 Prozent oder hochgerechneten 5,8 Prozent p. a. Rutscht der Titel unter das Cap-Niveau ab, tilgt der Emittent wir Lieferung der Aktie. Der Einstandskurs liegt dann bei 34,42 Euro, was einem Rabatt von rund zwölf Prozent gegenüber dem Direktinvestment entspricht.
Hugo Boss-Aktie (Tageschart): Angebot treibt den Kurs nach oben



