Am 22. September ist es soweit: Dann muss SGL Carbon auch aus dem SDAX ausscheiden, nachdem die Aktie einst sogar im MDAX gehandelt wurden war. Grund: Die Marktkapitalisierung so stark zurückgekommen, dass die Aktie nicht mehr in einer der DAX-Indizes aufgenommen werden kann. Schuld sind natürlich operative Probleme, die eine Sanierung notwendig machen.
Genau zu dieser Sanierung hat sich das aktuelle SGL-Management erst Anfang August geäußert: Vor allem der Karbonfaserbereich Carbon Fibers muss saniert werden. Allerdings klettern dafür ständig die Kosten. Sie schlugen im ersten Halbjahr mit rund 45 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen Steuereffekte, die weitere zehn Millionen Euro verschlungen haben.
So musste der Kohlefaserspezialist für das erste Halbjahr einen Nettoverlust von und 30 Millionen Euro melden, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn 50 Millionen Euro erzielt werden konnte. Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2025 hatte das Management allerdings bereits Mitte Juli entsprechend eingekürzt: So geht die Verwaltung davon aus, dass der Umsatz zehn bis 15 Prozent niedriger ausfallen wird als im vergangenen Jahr. Beim bereinigten operativen Gewinn vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will die Führungsspitze hingegen weiterhin den Bereich zwischen 130 und 150 Millionen Euro erreichen.
Als problematisch erweisen sich aktuell vor allem Handelshemmnisse durch die US-Zoll-Politik und eine schwierige Marktlage, da wichtige Kunden aus der Automobilindustrie stammen und dort speziell im Bereich der E-Autos aktiv sind. Genau hier mangelt es derzeit aber an Nachfrage, wie auch bei der frisch gestarteten Automobilausstellung IAA in München hörbar ist.
Kein Wunder, dass die SGL-Aktie (723530) auf dem niedrigsten Niveau seit dem Börsengang im Jahr 1995 angekommen ist. Die Marktkapitalisierung ist dabei auf unter 400 Millionen Euro abgeschmolzen. Dies zeigt, dass hier bereits reichlich Pessimismus eingepreist ist, denn noch immer erzielt die Gesellschaft einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Noch ist allerdings kein Turnaround sichtbar weshalb wir auch auf dem erniedrigten Niveau noch keine neuen Engagements tätigen würden.
Die noch immer relativ hohe Volatilität der Aktie sorgt bei Discount-Zertifikaten für gute Konditionen. Risikofreudige Anleger können daher zu einem Rabattpapier (DY1QVH) greifen, dessen Cap bei 2,50 Euro liegt. Damit ist dieser Höchstbetrag rund 24 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs festgezurrt. Sollte auch am Bewertungstag, dem 18.12.2026, dieses Cap-Niveau behauptet werden können, wird das betroffene Zertifikat zum Maximalbetrag von 2,50 Euro getilgt. Auf Basis des aktuellen Briefkurses von 2,25 Euro ergibt sich eine Maximalrendite von 11,1 Prozent oder 8,4 Prozent p. a.
In den Verlust rutschen Anleger allerdings erst bei Kursen unter 2,25 Euro (Abstand zum aktuellen Kurs: rund 31 Prozent), also dem aktuellen Zertifikatepreis. Sollte die Aktie auch unter dieses Niveau rutschen, drohen allerdings Verluste, da der Emittent dann eine Barabfindung (leider kein Aktienausgleich) in Höhe des dann gültigen Aktienkurses auszahlt.
SGL Carbon-Aktie (Tageschart): immer weiter abwärts



