Na dann schon mal ein Prost! Eine Zinsurkunde für die „Behausung der Bürger Ursula und Hans Hiltwein vom Samstag nach Willibald 1527“ gilt als frühester Nachweis der Herrnbrauerei, denn darin wurde die benachbarte Herrnbräu als Prewhaus (Brauhaus) bezeichnet. Die Herrnbräu, heute unter dem Dach der BHB Brauholding Bayern-Mitte (BHB), feiert demnach im kommenden Jahr ihr 500-jähriges Bestehen. Über die Festlichkeiten und Aktionen zu diesem Jubiläum werde bereits intensiv nachgedacht, sagt der scheidende Co-Vorstand Gerhard Bonschab (geht im September in den Ruhestand) auf der Maccess–Konferenz der Börse München am gestrigen Donnerstag (9. Juli 2026).
500 Jahre Firmengeschichte, das verpflichtet, gerade in herausfordernden Zeiten, gut zu wirtschaften. Wie andere Brauereien hat auch die BHB mit einem rückläufigen Absatz, steigenden Rohstoff- und Energie-Preise sowie einen intensiven Preis- und Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Doch die Vorstände Bonschab und Franz Katzenbogen steuern dagegen: So wurde das Sortiment alkoholfreier Getränke ausgebaut, neue margenstarke Produkte eingeführt, die Vertriebs- und Markenkanäle weiterentwickelt und ganz generell die Kosten gesenkt. Wenn der Absatz stottere, dann müsse bei den Kosten angesetzt werden, erklärt Katzenbogen auf der Maccess-Veranstaltung.
Die Maßnahmen zeigen Erfolg: Während der Bierabsatz in Deutschland um sechs Prozent auf erstmals unter acht Milliarden Liter zurückging, betrug das Absatz-Minus bei der BHB lediglich drei Prozent auf 190.174 Hektoliter (ein Hektoliter sind 100 Liter) – wobei es sich bei der BHB um den Rückgang des gesamten Getränke-Absatz handelt, also nicht nur des Bieres.
Der BHB–Umsatz verringerte sich um 4,4 Prozent auf 18,3 Millionen Euro. Der Betriebsverlust (Ebit) sank von minus 237.000 auf minus 16.000 Euro und der operative Gewinn (Ebitda) verbesserte sich, der Kostensenkungen sei Dank, von 1,6 auf 1,7 Millionen Euro. Daraus errechnet sich eine ordentliche Ebitda-Marge von 9,9 Prozent, nach 8,8 Prozent im Vorjahr.
Unter dem Strich reduzierte sich der Konzernjahresfehlbetrag auf 154.000 Euro, nach minus 288.000 Euro im Jahr 2024. Der Konzernbilanzgewinn belief sich auf 62.000 Euro. Das Eigenkapital wurde 2025 in der Bilanz mit 10.5 Millionen Euro ausgewiesen.
Für das Jahr 2026 plant die BHB mit einem Absatz von plus/minus fünf Prozent von 190.000 Hektoliter, einem Umsatz von 17,9 (plus/minus fünf Prozent), einem Ebit von 0,35 Millionen Euro und einem Ebitda von 1,9 Millionen Euro (Ebitda-Marge: elf Prozent – plus/minus ein Prozentpunkt).
Die Börse bewertet die BHB mit den Haupt-Biermarken Herrnbäu, Bürgerliches Brauhaus, Leitner und Ingobräu aktuell bei einem Kurs von 2,02 Euro mit 6,26 Millionen Euro. Mit Blick auf Eigenkapital, Umsatz und Ebitda ist das recht wenig. Das Unternehmen sieht einen Buchwert von 3,39 Euro. Eine Dividende schüttet die BHB derzeit nicht aus. Ein Belastungsfaktor könnte die Einführung einer Zucker-Steuer auf zuckerhaltige Limonaden in Deutschland sein.
GBC Research goutiert die stabile operative Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2025 und sieht durch eine starke regionale Marktposition, ein stärkeres Export-Geschäft und durch alkoholfreie Getränke (Bernadett) Wachstumschancen und vergibt eine Rating kaufen mit Kursziel 3,15 Euro. Download der Studie HIER.
BHB Brauholding Bayern-Mitte-Aktie (Tageschart): Abwärtstrend




