Die Adidas-Aktie (A1EWWW), die im April noch bis in den Bereich von 130 Euro abgerutscht war, nahm in den vergangenen Wochen Fahrt auf. So nimmt der Titel nun schon die 170er-Marke ins Visier. Neben der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft, die eine gute Werbeplattform für den Sportartikelkonzern ist, half auch eine positive Analysten-Einschätzung.
Dabei hat die kanadische Bank RBC die Adidas-Aktie auf outperform hochgestuft. Der zuständige Analyst erkennt eine günstige Fundamental-Bewertung und ein gut berechenbares Ergebniswachstum, welches am oberen Ende der Branche rangiere. Das Kursziel sieht der Experte bei 210 Euro, nachdem er vorher eine Zielmarke von 170 Euro ausgegeben hatte.
Hilfreich für die zuletzt positive Entwicklung ist aber auch die morgen beginnende Fußball-Weltmeisterschaft. Denn die Herzogenauracher rüsten insgesamt 14 Nationalteams mit ihren Trikots aus. Zudem kommt der offizielle Spielball wieder aus den Werkstätten der Franken. Somit ist gewährleistet, dass der Drei-Streifen-Konzern medial ideal zur Geltung kommen wird.
Allerdings gilt es zu beachten, dass die Ausstattung und die zusätzlich anfallenden Werbekosten sowie direkte Zahlungen an die einzelnen Nationen einen sehr hohen Aufwand darstellen. Daher müssten schon Adidas-Nationen wie Deutschland, Spanien oder Argentinien im Turnier möglichst ins Finale kommen, damit der Trikotabsatz maximal gut läuft.
Da das Turnier sogar bis in den Juli läuft, erfahren wir allerdings erst im Spätherbst, wenn die Q3 Zahlen vorgelegt werden, ob sich das Adidas-Engagement tatsächlich gelohnt hat. Zudem gilt es zu beachten, dass der langjährige Partner Deutscher Fußball Bund (DFB) sich dazu entschieden hat, ab 2027 auf Klamotten des US-Giganten Nike umzusteigen, da deren finanzieller Zuschuss deutlich höher ausgefallen ist, als es bei den Franken der Fall war.
Ein Blick auf die Charttechnik zeigt, dass die Aktie inzwischen am Widerstand im Bereich von 170 Euro angekommen ist. Gelingt es diese Hürde zu nehmen, was im aktuellen Umfeld durchaus möglich ist, ist der Weg bis in den Bereich von 195 Euro frei. Dort warten die nächsten Widerstände, die wir kurzfristig als nicht überwindbar einstufen.
Fundamental ist der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 auf Basis der erwarteten Erträge für 2027 durchaus günstig bewertet, was allerdings aber nach der schwierigen konjunkturellen Perspektiven geschuldet ist. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von immerhin 1,7 Prozent, wobei für 2026 wohl eine Erhöhung ins Haus steht.
Wir hatten den Titel im Februar die [HIER klicken] bei Kursen knapp über 150 Euro spekulativen Anlegen ans Herz gelegt. Diese Einschätzung hat weiterhin Gültigkeit. Etwas kurzfristiger handelnde Anleger können zudem das aktuelle Momentum nutzen und auf den Zug aufspringen. Sie sollten jedoch im Bereich 195 Euro Gewinne wieder mitnehmen.
Für risikofreudige Anleger eignet sich allerdings auch ein Reverse-Bonus-Zertifikat (PK4X6Z), welches bis zum 19. März 2027 läuft. Bleibt die Barriere bei 240 Euro bis dahin unverletzt, erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 17,1 Prozent oder 20,7 Prozent p. a. Erweist sich die aktuell knapp 42 Prozent entfernte Schwelle allerdings als nicht ausreichend, wandelt das Zertifikat die Aktien-Kursgewinne in Verluste.
Adidas-Aktie (Tageschart): auf Erholungskurs



