Die Dautrus Capital hat vor einigen Wochen ihre erste Anleihe (A4DFHX) am Kapitalmarkt platziert. Wir stellen das hessische Unternehmen und seinen neuen Bond vor und erklären, in welcher attraktiven Nische die Gesellschaft ihr Geld am Immobilienmarkt verdient.
Nach jahrelanger Durststrecke deutet sich am deutschen Immobilienmarkt eine vorsichtige Erholung an. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres legte nach Erhebungen der Immobilienspezialisten von JLL das Transaktionsvolumen um zwei Prozent auf 23,9 Milliarden Euro zu. Die stärkste Assetklasse waren einmal mehr Wohnimmobilien. Das gilt auch bezüglich der Preise: Sie stiegen im Jahresvergleich – laut Zahlen des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken (vdp) – um stolze 3,8 Prozent.
Bei den Aktienkursen der börsennotierten Immobilienunternehmen macht sich die beginnende Markterholung noch nicht bemerkbar: Der DAXsubsector All Real Estate liegt im Jahresvergleich immer noch rund 13 Prozent im Minus. Vergleichbar hohe Einbußen mussten die Aktionäre des Wohnimmobilien-Schwergewichts Vonovia (A1ML7J) hinnehmen. Von den Tiefstständen des Jahres 2023 konnte sich das Papier zwar um etwa 60 Prozent erholen, damit die alten Höchststände aus Ende 2020 / Anfang 2021 erreicht werden, müsste aber nochmals eine Verdoppelung her. Ähnlich abgestraft wurden viele Titel am Anleihenmarkt. Kein Wunder, waren dort doch bei kleinen und mittelgroßen Gesellschaften Schieflagen und Problemfälle keine Seltenheit.
Bekanntlich aber bieten sich nach dem Ende einer Krise stets auch große Chancen und so lohnt ein Blick auf die Dautrus Capital AG, die als eine der ersten kleinen Emittentinnen aus dem Immobiliensektor vor einigen Wochen wieder an den deutschen Anleihemarkt ging. Deren Debüt-Anleihe (A4DFHX) hat einen Zinskupon von zehn Prozent p.a. bei fünf Jahren Laufzeit.
Der hohe jährliche Zins der Dautrus-Anleihe dürfte dabei dem Umstand geschuldet sein, dass das hessische Unternehmen am Kapitalmarkt bisher noch ein No-Name war. Einer allerdings, der in einer interessanten Nische unterwegs ist: dem geförderten Wohnungsbau in Deutschland. Während der Wohnimmobilienbereich nicht zuletzt aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum ohnehin zu einem der stabilsten Bereiche des Immobiliensektors zählt, schafft die Fokussierung auf Förderung noch zusätzliche Sicherheit.
Denn über Eigen- und Fremdkapitalgeber hinaus steuern bei den Projekten – je nach Förderkonzept in den einzelnen Bundesländern – auch öffentliche Stellen einen Teil der benötigten Gelder bei, oft als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Solche Projekte setzt Dautrus Capital um und will sie längerfristig in den eigenen Bestand nehmen.
Bei der Navigation im öffentlichen Förder- und Zuschussdschungel verfügt die Gesellschaft über Erfahrung. Großaktionär Alexander Komianos hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren in mehr als fünfzig Stadt- und Gemeinderatssitzungen Kommunen die Details und Möglichkeiten im geförderten Wohnungsbau vorgestellt und dabei attraktive Projekte für Dautrus Capital sichern können.
Auch der Aufsichtsrat dürfte mit seinem Netzwerk und seiner Expertise wertvolle Impulse liefern: Unter anderem ist der ehemalige sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich in dem Gremium vertreten. Bei der Umsetzung von Immobilienprojekten kann das Team auf einen langjährigen Track Record zurückblicken, die Manager haben in den vergangenen Jahrzehnten teilweise Projekte im Volumen von mehreren Hundert Millionen Euro erfolgreich realisiert. Seit Jahren ist das Unternehmen zudem als Partner der Pensionskasse eines deutschen DAX-Unternehmens für die Identifizierung, Strukturierung und Umsetzung geförderter Wohnungsbauprojekte zuständig.
Mit dem Kupon von zehn Prozent pro Jahr und der Tatsache, dass die Gesellschaft in einer attraktiven Nische des Wohnimmobilienbereichs aktiv ist, dürfte der Dautrus-Bond das Interesse von Anleihe-Anlegern wecken. Wenn das Unternehmen auch operativ zuverlässig liefert, ist es ein beachtenswerter Pionier bei einer möglichen Renaissance von Immobilienanleihen.


