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Zertifikate

Evonik-Aktie // Neue Tiefstkurse im Anflug

Wolfgang Raum9. September 20253 Min.0
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Evonik, Aktie, Chemie, Konzern
Bildquelle: Evonik

Relativ ruhig ist es in den vergangenen Monaten um die Evonik-Aktie (EVNK01) geworden. Dies liegt aber weniger an der Tatsache, dass der Spezialchemie-Konzern nicht mehr Hauptsponsor des zuletzt wenig erfolgreichen Fußball-Clubs Borussia Dortmund ist, sondern an der Branche, in der die Gesellschaft tätig ist. Denn das Chemiesegment gilt weiter als sehr zyklisch, was im aktuellen Konjunkturumfeld keine steigende Kurse erwarten lässt.

Ablesen lässt sich dies auch am Aktienkurs, der binnen Jahresfrist rund 20 Prozent verlor. Dabei zeigte sich auch, dass nach einer Erholung, die im Frühjahr für Kurse oberhalb von 22 Euro sorgte, der Weg zuletzt klar nach unten ging – in einem intakten Abwärtstrend. So markierte der Titel bei 15,99 Euro kürzlich ein neues Jahrestief. Damit nähert sich das Papier nicht nur dem Drei-Jahres-Tief bei 15,80 Euro an, sondern auch dem niedrigsten Niveau seit dem Börsengang im Jahr 2013, welches 2020 im Corona-Crash bei 15,42 Euro erreicht worden war.

Auslöser der jüngsten Kursschwäche waren die Daten für das zweite Quartal, die Evonik Anfang August veröffentlichte. Konzernchef Christian Kullmann musste einräumen, dass die Jahresziele nicht mehr erreicht werden können. Vielmehr geht der Firmenlenker davon aus, dass das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Ebitda nun am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro durchs Ziel gehen wird.

Im zweiten Abschnitt hatte Evonik einen Umsatzrückgang von rund elf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Beim Ebitda ging es gar um zwölf Prozent 509 Millionen Euro nach unten. Hoffnungen rund nun auf einem Effizienzprogramm, welches auch weitere Stellenstreichungen vorsieht. Damit sollen bis Ende 2026 rund 400 Millionen Euro Kosten gesenkt werden. Zudem baut Kullmann weiter um, sodass der Konzern zukünftig lediglich zwei Sparten betreibt.

Nun muss sich in den kommenden Quartalen zeigen, ob diese neue Struktur auch neue Gewinne ermöglicht. Kurzfristig sehen wir jedoch die Gefahr, dass der Wert weitere Kursverluste erleidet. Dafür spricht auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13, welches mit Blick auf das negative Wachstum immer noch relativ hoch ist. Gegen weitere Kursverluste spricht allerdings die Dividenden-Rendite von mehr als sieben Prozent, nachdem der Konzern zuletzt 1,17 Euro pro Aktie ausgeschüttet hatte. Sorgen bereitet allerdings die Charttechnik, da der Abwärtstrend intakt ist und auch keine Bodenbildung ersichtlich ist, da neue Tiefstände drohen. Direktengagement drängen sich daher nicht auf.

Eine rabattierte Einstiegsmöglichkeit bietet allerdings ein Discount-Zertifikat (HS81XP) mit Cap bei 15 Euro und Bewertungstag am 19. Juni 2026. Geht die Aktie über dem Cap bei 15 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 15 Euro ausbezahlt, woraus sich aktuell eine Maximalrendite von 7,8 Prozent (9,8 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 15er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 13,92 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und einem Rabatt von knapp 15 Prozent gleichkommt.

Evonik-Aktie (Tageschart): intakter Abwärtstrend

Bildquelle: Evonik; Chartquelle: stock3.com

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