Die goldenen Zeiten für Immobilienwerte liegen nun schon ein halbes Jahrzehnt zurück. Dies erkennen Anleger beispielsweise an der Entwicklung der Vonovia-Aktie (A1ML7J). Kostete der Wert im Jahr 2020 in der Spitze noch knapp 60 Euro, pendelt die Aktie heute unter der 30-Euro-Marke umher. Die jüngsten Informationen vom Unternehmen geben aber Anlass zur Hoffnung.
Schon im vergangenen November hatte Vonovia angekündigt, wieder den Wachstumskurs einzuschlagen und mehr zu investieren. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung von neuen Projekten und um das Anbieten von neuen Dienstleistungen rund um die Immobilie. So soll bis 2028 in diesem Bereich ein erheblicher Deckungsbeitrag erzielt werden. Insgesamt soll bis zu diesem Jahr der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro steigen. Dies sind rund 30 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr 2024.
Doch Firmenchef Rolf Buch auch klare Ziele für das Jahr 2025: Hier soll das Ebitda zwischen 2,7 und 2,8 Millionen Euro durchs Ziel gehen. Das erste Quartal lief dabei relativ erfreulich, da die Nachfrage nach Wohnungen hält unvermindert an. So stiegen die Mieterlöse auf einen Schnitt von 8,15 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von knapp fünf Prozent zum Vorjahr entsprach. Daraus entstand im Q1 ein Ebitda von 699 Millionen Euro – rund 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist.
Negativ auf die Aktie wirkte es sich allerdings die Ankündigung eines überraschenden Chefwechsels aus. Denn Firmenchef Buch, der den Konzern bereits seit 2013 maßgeblich geformt hat, verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Ihm folgt der ehemalige SAP-Top-Manager und derzeitige Vodafone-CFO Luka Mucic.
Aber auch eine zwischenzeitlich emittierte Wandelanleihe im Volumen von 1,3 Milliarden Euro, deren Erlös zur Refinanzierung anderer Schulden herangezogen wird, belastete zwischenzeitlich den Kursverlauf. Aktuell sieht es aber so aus, als könnte sich der Titel im Bereich zwischen 28 und 30 Euro stabilisieren, zumal bei 28 Euro eine gute technische Unterstützung zu erkennen ist.
Fundamental ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf durchaus fair bewertet. Gefallen kann aber die Dividenden-Rendite von 4,2 Prozent, nachdem für 2024 exakt 1,22 Euro pro Aktie ausgeschüttet worden waren. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Wohnraum in Deutschland weiter knapp bleibt und auch die staatlich geplanten Milliardeninvestitionen in den Wohnungsbau erst in einigen Jahren dort Wirkung zeigen werden, sehen wir gute Voraussetzungen, dass die Vonovia-Aktie von ihrem aktuellen Niveau wieder nach oben durchstarten kann.
Nächstes Ziel ist dabei das Hoch aus dem vergangenen Herbst im Bereich um 34 Euro. Anschließend kann durchaus das Gab geschlossen werden, sodass Kurse im Bereich von 48 Euro langfristig möglich sind, trotz der Gefahr zumindest leicht steigender Zinsen. Langfristanleger können daher durchaus Stücke an schwachen Tagen – ohne Eile – einsammeln.
Eine rabattierte Einstiegsmöglichkeit bietet auch ein Discount-Zertifikat (SY2END) mit Cap bei 29 Euro und Bewertungstag am 19. Dezember 2025. Geht die Aktie über dem Cap bei 29 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 29 Euro ausbezahlt, woraus sich aktuell eine Maximalrendite von 8,9 Prozent (18,7 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 29er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 26,64 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht
Vonovia-Aktie (Tageschart): Ist bei 28 Euro der Boden gefunden?



