Als Plusvisionen zuletzt, vor ziemlich genau sechs Monaten, über Lion E-Mobility berichtete [siehe auch HIER], stand die Aktie rund einen Euro tiefer bei 1,19 Euro und es stellte sich die Frage nach einer Stabilisierung der Geschäfte des Lithium-Ionen-Batteriepackspezialisten. Inzwischen hat sich die Situation (etwas) gelichtet und Lion E-Mobility weiß Positives zu vermelden.
Am 27. Mai 2026 gab das Unternehmen einen wichtigen Projekterfolg in ihrem BESS-Geschäft bekannt: Für das Batteriespreicher-Großprojekts des Projektentwicklers Renoc in Finsterwalde wurden die ersten BESS-Container (Battery Energy Storage System) erfolgreich angeliefert und vor Ort positioniert. Das Team von Lion Smart habe vor Ort mit den Netzanschlussarbeiten begonnen, um die Anlage in Betrieb zu bringen.
Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts wird die Anlage über eine installierte Leistung von fünf Megawatt bei einer Speicherkapazität von 20 Megawattstunden verfügen. Die Inbetriebnahme ist für Juli 2026 vorgesehen. In einem zweiten Bauabschnitt könnte die Speicherkapazität auf insgesamt 40 Megawattstunden bei einer installierten Leistung von 15 Megawatt ausgebaut werden. Damit würde Finsterwalde zu einer der leistungsstärksten Batteriespeicheranlagen in der Region zählen.
Die Lion Smart Production, Teil der Lion E-Mobility, hat gleichfalls einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die ersten in Serie produzierten NMC+-Zellen werden vom SVOLT-Werk in Suining, China, nach Deutschland verschifft. Das meldete Lion E-Mobility am 2. Juni.
Bereits am 12. Mai hatte das Unternehmen seine Zahlen für das erste Quartal 2026 veröffentlich: In den ersten drei Monaten erzielte Lion E-Mobility einen Umsatz von 3,3 Millionen euro (Q1 2025: 6,5 Millionen Euro). Gleichzeitig blieb der operative Gewinn (Ebitda) trotz des geringeren Umsatzes mit 0,3 Millionen Euro positiv (Q1 2025: 1,5 Millionen Euro), was einer Ebitda–Marge von 10,1 Prozent entspricht.
Der operative Cash-flow stieg aufgrund von Kostendisziplin und besseren Zahlungsbedingungen seitens der Lieferanten auf 3,0 Millionen Euro an, nach 1,0 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln den strategischen Übergang zu Batteriepacks mit den neuen Hochleistungs-NMC+-Batteriezellen wider, die ab dem dritten Quartal 2026 zum Verkauf zur Verfügung stehen werden.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Lion mit einem Umsatz von mehr als 35 Millionen Euro (2025: 28,3 Millionen Euro) und einem erneut deutlich positiven Ebitda (2025: 7,5 Millionen Euro; 2024: minus 3,6 Millionen Euro). Ein Belastungsfaktor, was das Ebitda wohl merklich unter Vorjahresniveau drücken dürfte: Im zweiten Quartal 2026 wird die Batterypack-Produktion von Lion vorübergehend durch eine geplante zweimonatige Werksschließung für Umrüstungsarbeiten beeinträchtigt; die Wiederaufnahme des Betriebs ist für Ende Juni vorgesehen.
Der Turnaround und die strategische Neuausrichtung bei Lion E-Mobility scheint geglückt, was auch die Börse mit einer deutlichen Höherbewertung goutiert. Schön ist die Wachstumsentwicklung. Ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld könnte der Verteidigungsbereich darstellen: Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Mandrill Engineering, bei der die Hochleistungs-Batterietechnologie von Lion Smart ein unbemanntes Bodenfahrzeug (UGV) antreibt.
Charttechnisch hat die Aktie den Abwärtstrend von 2023 hinter sich gelassen und die Barriere bei rund zwei Euro ist angekratzt. Das sieht grundsätzlich gut aus. Die 200-Tage-Linie ist ansteigend.
Auch wenn sich die Situation bei Lion E-Mobility aufgehellt hat und die Aussichten wieder besser sind, bleibt das am Münchner M:access gehandelte Papier doch einstweilen spekulativen Investoren vorbehalten.
Lion E-Mobility-Aktie (Tageschart): Barriere angekratzt



