Die Redcare Pharmacy-Aktie (A2AR94), früher als Shop-Apotheke bekannt, legte am gestrigen Mittwoch kräftig zu, in der Spitze mehr als 15 Prozent, ehe es am heutigen Donnerstag-Vormittag wieder nach unten ging. Allerdings war das Papier vorher im freien Fall. So kostete der Titel vor Jahresfrist noch 136 Euro, während im Tief aus dem März Anteilscheine für lediglich rund 30 Euro den Besitzer wechseln.
De facto handelt es sich bei den gestrigen Kursgewinnen um eine Gegenbewegung auf die massiven Abschläge der vergangenen Monate. Dazu beigetragen haben ordentliche Zahlen für das erste Quartal 2026. Dabei meldete die Online-Apotheke einen Umsatz von 848 Millionen Euro, was einem Plus von 18,3 Prozent entsprach.
Dies war etwas mehr als die Analysten erwartet hatten. Der niederländische Konzern profitierte dabei weiter von steigenden Verkäufen bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln in Deutschland und der Schweiz, was vor allem der Einführung des elektronischen Rezepts weiterhin geschuldet ist. Auch die Erlöse mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland zogen an, was viele Analysten positiv überraschte.
Zum Ergebnis des ersten Quartals machte das Unternehmen keine Angaben. Hier folgen erst zu den Halbjahreszahlen frische Informationen. Auch keine Veränderung gibt es beim Ausblick, den der Konzern vor Monatsfrist mit den 2025er Daten veröffentlichte. Damals hatte vor allem die nachlassende Wachstumsdynamik und eine Senkung des mittelfristen Margenziels von acht auf fünf Prozent für Verstimmung unter den Anlegern gesorgt.
Wir hatten die Redcare-Aktie zuletzt Anfang Januar [HIER klicken] bei Kursen um 67 Euro unter die Lupe genommen und dabei von Direktengagement abgeraten. Auch auf dem erniedrigten Niveau, nachdem die Aktie nun um die 38-Euro-Marke pendelt, sehen wir keinen Handlungsbedarf. Unser Hauptargument dafür ist die Tatsache, dass die Gesellschaft vor allem durch hohe Werbeausgaben Wachstum generiert, was allerdings nicht nachhaltig ist. Denn immer wieder kommen neue Anbieter in den Online-Markt und sorgen mit Sonderangeboten speziell bei rezeptfreien Medikamenten. Dies sorgt für fallende Margen bei den anderen Anbietern, da diese sich dem Preiskampf stellen müssen.
Eine defensive Anlageidee ist aber ein Discount-Zertifikat (FE1YMA) mit Cap bei 30 Euro und Laufzeit bis 18. Dezember 2026 sein. Geht die Aktie über dem Cap bei 30 Euro über die Ziellinie, ist aktuell eine Maximalrendite von 14,8 Prozent (20,6 Prozent p.a.) möglich. Rutscht der Basiswert am Laufzeitende unter die 30er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 26,13 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und aktuell einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von knapp 32 Prozent (!) gleichkommt.
Redcare-Aktie (Tageschart): technische Erholung



