Die Verknüpfung einzelner Einheiten auf dem Gefechtsfeld wird immer wichtiger. Artillerie, Infanterie, motorisierte Verbände und Drohen müssen möglichst optimal zusammenarbeiten. Dafür ist ein störungsfreier Funk- und Datenverkehr unerlässlich. Die 1974 in Salzgitter gegründete Smag Mobile Antenna Masts sorgt mit ihren mobilen Antennen-Masten für eine gute Übertragung. Mehr als 2.000 solcher System sind derzeit in mehr als 20 Ländern, darunter 15 Nato-Nationen, im Einsatz. Nun strebt das Unternehmen an die Börse
Mit 99,1 Prozent der Nettoumsätze von Smag kommen aus militärischen Anwendungen. Das Rüstungsunternehmen ist der einzige Hersteller abspannfreier mobiler (lassen sich in zehn Minuten aufstellen) Antennenmastsysteme mit Höhen von bis zu 40 Metern bei Nutzlasten von bis zu 500 Kilogramm, die Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern trotzen können. Branchenführend ist Smag bei praxiserprobten Technologien für die elektronische Kriegsführung, bodengestützter Luft- oder der Drohnenabwehr.
2024 lag der Umsatz bei 26,9 Millionen Euro, 2025 kletterte er auf 34 Millionen Euro und für 2026 werden Erlöse zwischen 55 und 60 Millionen Euro vom Unternehmen erwartet. Das ist ein gewaltiger Umsatzsprung – die sogenannte Zeitenwende macht es möglich. Die Betriebsgewinn–Marge (bereinigtes Ebit) soll 2026 zwischen 19 und 21 Prozent liegen.
Mittelfristig ist ein Wachstum von durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr bei einer (bereinigten) Ebit-Marge von 35 Prozent angestrebt. In den Büchern stand Ende 2025 ein Auftragsbestand von beachtlichen 1,4 Milliarden Euro, bestehend aus 140 Millionen Euro Festaufträgen, 1.031 Millionen Euro Rahmenaufträgen und 229 Millionen Euro Soft-Aufträgen. Smag arbeite ohne Bankkredite und verfügte Ende 2025 über einen Kassenbestand von 8,4 Millionen Euro.
Ab dem 13. Juli soll die Smag-Aktie im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse den Handel aufnehmen. Die Angebotsfrist läuft noch bis heute, bei einem Angebotspreis zwischen 46 und 54 Euro.
Das Angebot umfasst bis zu 650.000 neu ausgegebene Aktien aus einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft, bis zu 1.800.000 bestehende Aktien, die von der Smag, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Aequita Beteiligungsgesellschaft, umplatziert werden und bis zu 367.500 weiterer bestehender Aktien aus dem Bestand als Mehrzuteilungsoption (üppige 15 Prozent des Basisangebotsvolumens). Die Kapitalerhöhung macht somit lediglich 23 Prozent des gesamten Angebotsvolumens aus (einschließlich Greenshoe).
Das gesamte Emissionsvolumen schwankt zwischen 129,6 und 152,1 Millionen Euro – im Mittel sind es 140,9 Millionen Euro, was einer Marktkapitalisierung von rund 282,5 Millionen Euro entspräche. Nach dem Angebot und unter der Annahme der vollständigen Ausübung der Greenshoe-Option wird Aequita eine Beteiligung von 50,1 Prozent an der Gesellschaft halten, und der Streubesitz wird voraussichtlich 49,9 Prozent betragen.
Angestrebt wird ein Nettoerlös von 30,5 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung zur Finanzierung strategischer Wachstumsinitiativen, darunter Investitionen in Automatisierungstechnologien, den Ausbau der Produktionskapazitäten und die Erweiterung der Vertriebsorganisation.
„Wir sehen ein außergewöhnlich starkes strukturelles Nachfrageumfeld für missionskritische mobile Verteidigungskommunikationsinfrastruktur.“
Ulrich Feindt, Vorstandsvorsitzender
Würde Smag tatsächlich im laufenden Jahr 57,5 Millionen Euro Umsatz bei einer Ebit-Marge von 20 Prozent erreichen, läge das bereinigte Ebit bei 11,5 Millionen Euro, woraus sich bei einer Marktkapitalisierung von 282,5 Millionen Euro ein Kurs-Ebit-Verhältnis von 24,6 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,9 errechnen würde.
Das ist eine stattliche Bewertung, auch mit Blick auf die hohen Wachstumsraten und die ordentliche Marge. Da müssen Anleger nicht unbedingt beim IPO zugreifen, auch wenn das Geschäftsfeld sehr spannend und zukunftsträchtig erscheint. Mit Verfliegen der Börsengang–Euphorie – siehe auch Gabler Group oder Vincorion – könnten sich noch niedrigere Kurse ergeben.



