Zu Jahresbeginn notierte die Vossloh-Aktie (766710) im Bereich um 40 Euro. Aktuell kostet der Titel bereits mehr als 88 Euro. Die Hoffnungen auf das Konjunkturprogramm der neuen Bundesregierung trieben das Papier des Spezialisten für Schienen- und Verkehrstechnik kräftig an. Trotz des Kurssprungs scheint das Potenzial des Papiers noch nicht ausgeschöpft.
Der Sanierungsbedarf bei der Bahn ist insbesondere in Deutschland enorm. Inzwischen plant das Staatsunternehmen sein marodes Schienennetz bis zum Jahr 2035 massiv zu erneuern. Dies sind nun vier Jahre mehr als zunächst geplant. Dies dürfte zudem weitere Milliarden verschlingen. Am Kapitalmarkt gehen viele Teilnehmer davon aus, dass Vossloh einer der größten Profiteure dieser Entwicklung ist. Denn der Spezialist für Schienen und Verkehrstechnik nimmt in vielen Bereichen eine marktführende Stellung ein.
Die Aufwärtsbewegung der Aktie wurde auch von dem Ende April veröffentlichen Quartalszahlen für die ersten drei Monate nur kurz unterbrochen, obwohl die Daten eher am unteren Rahmen der Erwartungen lagen. Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass das Q1 stets die schwächste Periode des Jahres ist. So lag der Konzernumsatz mit 251,1 Millionen Euro doch relativ deutlich unter dem Höchstwert des Vorjahres von 268,8 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) lag mit 7,4 Millionen Euro gar knapp 60 Prozent unter dem Vorjahreswert. Entsprechend sank die Ebit-Marge von 6,7 auf doch recht magere 2,9 Prozent.
Hoffnungen macht aber der Auftragseingang, der nahezu das extrem hohe Vorjahresniveau erreichte. Zudem stellt der Konzern ein weiterhin deutliches operatives Wachstum in Aussicht. So werden Umsatzerlöse von 1,25 bis 1,325 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,21 Milliarden Euro) für das laufende Jahr prognostiziert. Das Ebit soll dabei zwischen 110 und 120 Millionen Euro (Vorjahr: 105,2 Millionen Euro) durchs Ziel gehen, womit die Ebit-Marge bei 8,5 bis 9,5 Prozent liegen sollte.
Für die Vossloh-Aktie spricht in jedem Fall der intakte Aufwärtstrend, die ausgezeichnete Marktstellung und der extrem hohe Auftragsbestand sowie die Programme der neuen Bundesregierung. Mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 (auf Basis der 2026er Schätzungen) ist der Titel eigentlich kein Schnäppchen mehr, das stetige Wachstum rechtfertigt aber auch eine solche Bewegung. Wir erneuern daher auch auf dem erhöhten Niveau unsere positive Einschätzung vom März [HIER klicken]. Damals hatten wir limitierte Kauforders im Bereich von 60 Euro entfernen, nun sollte dieses Limit allerdings in den Bereich von 85 Euro verschoben werden.
Derivate auf diesen Basiswert empfehlen wir nicht. Zwar wäre ein Einstieg via Discounter reizvoll. Aber der einzige Anbieter, der derzeit Rabattpapiere auf diesen Basiswert anbietet, ist die DZ Bank. Doch deren Tilgung erfolgt nach wie vor immer via Cash-Zahlung, weshalb kein physischer Bezug möglich ist und der klassische Discount-Kauf-Gedanke damit ausgehebelt ist.
Vossloh-Aktie (Tageschart): auf und davon



