Keinen schönen Anblick bietet der Chart der Lanxess-Aktie (547040). Denn seit Jahren geht es kontinuierlich abwärts. Der Kunststoff-Konzern leidet einerseits unter den hohen Energiekosten, andererseits unter der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation. Dies zeigen auch die Zahlen für das erste Quartal sowie der verhaltene Ausblick auf das Gesamtjahr. Trotzdem gibt es einen Hoffnungsschimmer.
Lanxess erlebte einen schwachen Jahresauftakt: Der Umsatz sank um 13,9 Prozent auf rund 1,38 Milliarden Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging es sogar um 29,3 Prozent auf rund 94 Millionen Euro in den Keller. Nach Steuern steht nach drei Monaten ein Fehlbetrag von 141 Millionen Euro in den Büchern. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag das Minus bei rund 57 Millionen Euro.
Das Ziel für das Gesamtjahr, wonach das Ebitda zwischen 450 und 550 Millionen Euro durchs Ziel gehen wird, bestätigte Konzernchef Matthias Zachert. Auch für das nun laufende Quartal nannte der Firmenlenker eine exakte Prognose. Hier soll das Ebitda bei 130 bis 150 Millionen Euro liegen.
Dieser sehr vorsichtige Ausblick sorgte vor Monatsfrist für nochmals stark fallende Kurse. so erreichte der Titel bei 11,03 Euro sein Tief. Die anschließende Erholung führte den Wert über die 15,00-Euro-Marke. Hier scheint die Luft nun aber nun dünner zu werden, da eine weitere Verbesserung den langfristigen Abwärtstrend brechen würde.
Dies erwarten wir kurzfristig allerdings noch nicht. Denn zu stark ist der Gegenwind von der Konjunkturentwicklung und der Situation an den Energiemärkten. Zudem wird der Kunststoffkonzern im laufenden Jahr unter dem Strich rote Zahlen schreiben. Erst für 2027 sind wieder Gewinne zu erwarten, deren Höhe aber sehr unklar ist –, wenn es überhaupt tatsächlich erreicht wird. Daher ist eine Bewertung mit Hilfe des Kurs-Gewinn-Verhältnisses derzeit nicht seriös möglich. Allerdings verfügt Gesellschaft über eine hohe Substanz, die eine Marktkapitalisierung verdient, die mittelfristig wieder über der aktuellen Bewertung von 1,3 Milliarden Euro liegt.
Daher empfehlen wir einen Einstiegsversuch via Discount-Zertifikat. Unser Favorit ist ein Rabatt-Papier (FA74UJ) mit Bewertungstag am 18. Dezember 2026 und Cap bei 14,00 Euro. Geht die Aktie dann unter dem Cap-Niveau durchs Ziel, tilgt der Emittent wir Aktienlieferung. Der Einstandspreis liegt dann bei 12,25 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht. Der Rabatt gegenüber dem Direktinvestment beträgt rund 20 Prozent. Kann die Aktie das Cap-Niveau hingegen am Bewertungstag mindestens behaupten, erhält der Anleger 14,00 Euro in Cash ausbezahlt. Daraus ergibt sich eine ansehnliche Maximalrendite von 13,9 Prozent oder hochgerechneten 25 Prozent p. a., was für den entgangenen Aktienkauf mehr als ausreichend entschädigt.
Lanxess-Aktie (Tageschart): intakter Abwärtstrend



