Viele Jahre musste die Schaeffler Aktie (SHA010) unter der Tatsache leiden, dass der Konzern als klassischer Automobilzulieferer galt. Denn die Automobilindustrie befindet sich bekanntlich in einer großen Umbruchphase. Entsprechend hat sich auch Schaeffler gewandelt. So steht bei der Gesellschaft inzwischen nicht mehr das Fahrzeug sondern die Bewegung (Motion Technology) im Mittelpunkt.
Im Frühjahr 2025 war die Schaeffler-Aktie auf ein Mehr-Jahres-Tief bei 3,15 Euro abgerutscht. Anschließend kam es zu einem fulminanten Comeback. Der Wert sprang zu Jahresbeginn 2026 kauf ein Zwischenhoch bei 11,99 Euro. Daraufhin folgte aber eine erneute Korrektur, die den Titel in den Bereich von 7,00 Euro hat zurückkommen lassen. Nach guten Nachrichten aus dem Unternehmen erholt es sich der Anteilschein immerhin zuletzt wieder etwas.
Maßgeblich dazu beigetragen haben auch ordentliche Zahlen für das erste Quartal. Der Auto- und Industriezulieferer lag mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro währungsbereinigt knapp über Vorjahr. Ohne die Einflüsse der Devisenkurse wäre es allerdings leicht nach unten gegangen. Beim operativen Ergebnis vor Sondereffekten (Ebit) verzeichnete die Gesellschaft allerdings ein Plus von 3,3 Prozent auf 85 Millionen Euro. Damit lag Schaeffler leicht über den Erwartungen, speziell auf der Ertragsseite.
Am Donnerstag meldeten die Herzogenauracher zudem die Platzierung eine neue Anleihe im Volumen von einer Milliarde Euro, die in zwei Branchen problemlos bei internationalen Investoren platziert werden konnte. Das eingesammelte Geld dient dabei in allererster Linie der Refinanzierung von zur Rückzahlung anstehender Bonds.
Trotz der positiven Entwicklung im ersten Quartal befindet sich Schaeffler noch immer im Umbruch. Zudem dürfte der Weg zurück in die Profitabilität im laufenden Jahr eine große Herausforderung darstellen. Denn noch immer bleibt das Umfeld sehr unsicher, so dass es zwar das Ziel des Managements ist, unter dem Strich schwarze Zahlen zu schreiben. Ob diese Ziele des Vorstandteams um den charismatischen CEO Klaus Rosenfeld tatsächlich erreicht werden, bleibt aber noch unklar.
Legt man allerdings die aktuellen Analysten-Schätzungen für das Jahr 2027 zugrunde, dann liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie lediglich bei zwölf. Hilfreich für das Papier ist zudem die Tatsache, dass die Franken trotz der Verluste im Jahr 2025 eine Dividende auszahlten. Daher gehen die Experten aktuell davon aus, dass es auch für das Jahr 2026 wieder eine Ausschüttung geben wird, die in etwa bei 0,30 Euro pro Anteilschein liegt. Daraus ergibt sich eine Dividenden-Rendite von 3,7 Prozent.
Spannung verspricht nun die Charttechnik: Mit dem Zwischentief vom März könnte ein guter Boden gefunden sein, der den Wert wieder nach oben führt. Denn es bildet es sich bereits ein kurzfristiger Aufwärtstrend. Anleger mit einem längeren Anlagehorizont können sich daher Stücke ins Depot legen, sollten aber die Position glattstellen, sobald die Unterstützung im Bereich von sieben Euro klar unterschritten wird.
Schaeffler-Aktie (Tageschart): Unterstützung bei sieben Euro



