Bei Redcare Pharmacy (A2AR94) wird schnell gerechnet: Denn schon am gestrigen Mittwoch (7. Januar) hat die Versand-Apotheke, die im Online-Handel als Shop-Apotheke firmiert, Umsatzzahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Da der Konzern die optimistischen Markterwartungen nicht erreichen konnte, rutschte die Aktie mehr als sechs Prozent ab.
Eigentlich sollte bei Redcare die Einführung des E-Rezepts für eine dauerhafte Beschleunigung des Wachstums sorgen. Der im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gestiegene Umsatz erreichte aber ebenso wenig die Analystenschätzungen, wie der Umsatz des vierten Quartals, der nur um 18 Prozent auf 794 Millionen Euro kletterte.
Gut lesen sich allerdings die Umsätze mit rezeptpflichtigen Medikamenten, die im Q4 um 60 Prozent auf 155 Millionen Euro zulegen und im Gesamtjahr um 98 Prozent auf 503 Millionen Euro sprangen. Demgegenüber war das Umsatzwachstum der rezeptfreien Medikamente mit einem Plus von neun Prozent und einem Jahresanstieg von 15 Prozent eher mau. Immerhin verbesserte sich die Anzahl der aktiven Kunden um rund 1,4 Millionen auf 13,9 Millionen.
Dies macht zumindest für die Zukunft gewisse Hoffnungen. Allerdings verlor die Aktie in den vergangenen Monaten ohnehin deutlich an Wert, da Analysten vor allem auf der Gewinnseite größere Unsicherheiten sehen. So sank der Titel auf Jahressicht und 46 Prozent. Genau diese Unsicherheiten konnte Redcare mit den vorgelegten Zahlen nicht beseitigen, da Gewinndaten (verständlicherweise) noch nicht vorlagen. Diese sollen erst mit der Vorlage der finalen Geschäftszahlen folgen, die Anfang März veröffentlicht werden.
Unsere zuletzt Anfang Juli 2025 [HIER klicken] geäußerte Zurückhaltung gegenüber der Redcare-Aktie bleibt bestehen. Sie Unsicherheit bei der Gewinnentwicklung ist enorm, zumal der Konzern weiterhin sehr hohe Werbeausgaben tätigt. Auch technisch ist der Abwärtstrend des Papiers weiter intakt, weshalb ein Test der Unterstützung bei 60 Euro sehr wahrscheinlich ist. Wir sehen deshalb keinen Handlungsbedarf, was ein Direktengagement angeht.
Eine defensive Anlageidee ist aber ein Discount-Zertifikat (UN23A1) mit Cap bei 54 Euro und Laufzeit bis 18. September 2026 sein. Geht die Aktie über dem Cap bei 54 Euro über die Ziellinie, ist aktuell eine Maximalrendite von 11,9 Prozent (16,7 Prozent p.a.) möglich. Rutscht der Basiswert am Laufzeitende unter die 54er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 48,20 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und aktuell einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von knapp 28 Prozent gleichkommt.
Redcare-Aktie (Tageschart): Abwärtstrend intakt



