Der Halbleiterproduzent Infineon erreichte im dritten Quartal einen Rekordumsatz. Ein wesentlicher Wachstumstreiber: Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Aber es gibt auch eine steigende Nachfrage aus dem Bereich Infrastruktur und sogar aus der Automobilbranche. Die Börse hat das bereits mit dem fulminanten Kursanstieg von April bis Juni gefeiert. Dann setzte eine scharfe Korrektur ein (mit der allgemeinen Halbleiterschwäche). Nun hat die Aktie die 200-Tage-Durchschnittslinie erreicht. Zeit für eine Kurswende?
Im dritten Quartal 2026 kletterte der Infineon–Umsatz im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 4.172 Millionen Euro. Das Segmentergebnis verbesserte sich sogar um 19 Prozent auf 797 Millionen Euro (Segmentergebnis-Marge: 19,1 Prozent). Der freie Cash–flow stieg deutlich auf plus 599 Millionen Euro nach minus 63 Millionen Euro im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 rechnet Infineon mit einem Umsatz von etwa 4,7 Milliarden Euro. Für die Segmentergebnis–Marge wird ein Wert von etwa 23,0 Prozent erwartet.
Der Umsatz 2026 könnte sich, laut Infineon, bei 16,3 Milliarden Euro einpendeln, was einer Wachstumsrate von elf Prozent entspräche. Die Impulse dafür kommen nach wie vor von der sehr dynamischen Nachfrage nach Produkten für die Stromversorgung von KI–Rechenzentren. Es werde eine Segmentmarge von rund 20,0 Prozent angestrebt. Der freie Cash-flow wird 2026 auf 900 Millionen Euro geschätzt.
Die Börse bewertet Infineon derzeit mit 76,2 Milliarden Euro, was zunächst, mit Blick auf Umsatz, optisch ein stattlicher Wert ist. Die rasante Nachfrage nach Infineon-Produkten und die erreichte Marge relativieren allerdings dieses Bild, zudem wird, trotz milliardenschwerer Investitionen, noch ein positiver freier Cash-flow generiert. Der Bedarf an Computerchips dürfte auch in den kommenden Jahren gewaltig bleiben, nicht nur durch den KI–Boom.
Technisch ist die Infineon-Aktie, nach dem Ausbruch aus dem jahrelangen Seitwärtstrend [siehe auch Plusvisionen HIER], mit hohem Momentum nach oben weggezogen. Darauf folge ein ausgeprägter Rücksetzer. Vom Top hat die Aktie nun knapp 40 Prozent verloren und stößt jetzt wieder an der 200-Tage-Durchschnittslinie (von oben) an. Die Chancen stehen durchaus gut, dass sich die Börse mit dieser Korrektur zufrieden gibt und das Papier auf diesem Niveau nach oben dreht. Die Markttechnik bewegt sich in überverkauften Regionen. Bei einem Rutsch unter 54 Euro befindet sich der nächste Auffangbereich bei 47 Euro.
Infineon-Aktie (Tageschart): Chance auf Wende



