Nahezu lehrbuchartig ging es bei der Beiersdorf-Aktie in den vergangenen Monaten nach unten. Nachdem der Titel noch im Frühjahr 2025 bei 147,65 Euro ein Rekordhoch markierte, ist am gestrigen Mittwoch die 100-Euro-Marke zwischenzeitlich sogar klar unterschritten worden. Auslöser war eine Senkung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr, nachdem vor allem das Geschäft mit der Marke Nivea schlechte läuft, als es das Management erhofft hatte.
Im zweiten Quartal gelang Beiersdorf lediglich ein organisches Umsatzwachstum von 0,6 Prozent. Vor allem die Konsumsparte mit der Marke Nivea schwächelte, sie lag rund 1,5 Prozent unter Vorjahr. Für das Halbjahr bedeutet dies einen Umsatz von knapp 5,2 Milliarden Euro, was einem organischen Wachstum von 2,1 Prozent entspricht. Tatsächlich lag das Wachstum damit allerdings lediglich bei 0,2 Prozent. Nominal verzeichnete die Kernmarke Nivea dabei sogar einen Umsatzrückgang.
Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kann es im Halbjahr zu einem kleinen Minus von 638,0 auf 636,0 Millionen Euro. Allerdings wurden damit die Analysten-Erwartungen klar verfehlt. Die entsprechende Marge sank um 0,1 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent.
Nach dem schwachen zweiten Quartal senkte Firmenchef Vincent Warnery die Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Nun erwartet der Nivea-Konzern nur noch ein organisches Wachstum von rund drei Prozent. Vorher war ein Plus von vier bis sechs Prozent angepeilt. Die Guidance für das Gesamtjahr bei der Ebit-Marge blieb hingegen unverändert: Hier strebt Warnery eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahresniveau von 13,9 Prozent an.
Dies konnte aber den Kursrutsch der Nivea-Aktie (520000) am gestrigen Mittwoch nicht verhindern. Die Marktteilnehmer gehen nun davon aus, dass sich die schwache Konjunktur doch deutlicher auf die Entwicklung bei hochwertigen und höherpreisigen Markenprodukten wie Nivea & Co. auswirken wird. Mit Blick auf die angeschlagene Charttechnik, die einen klassischen Abwärtstrend signalisiert, raten wir, wie schon im Februar (damals bei Kursen um 130 Euro) [HIER klicken], von Direktengagements ab, zumal auch im frühen Donnerstags-Handel die 100er-Marke nicht zurückerobert werden konnte.
Eng dürfte es für das im Februar [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (VC0HYM) mit Cap bei 125,00 Euro und Laufzeit bis Dezember 2025 werden. Denn der Cap bei 125,00 Euro scheint bis dahin kaum erreichbar. Daher raten wir Anleger, nun den Verlust von rund 15 Prozent (die Aktie verlor in dieser Zeit rund 25 Prozent!) zu realisieren.
Das Geld kann besser in ein defensiveres Discount-Zertifikat (SX6RPL) mit Cap bei 100 Euro und Bewertungstag am 20. März 2026 investiert werden. Geht die Aktie über dem Cap bei 100 Euro über die Ziellinie, ist aktuell eine Maximalrendite von 8,5 Prozent (13,4 Prozent p.a.) möglich. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 100er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 92,18 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von rund sechs Prozent gleichkommt.
Beiersdorf-Aktie (Tageschart): ein klassischer Abwärtstrend



