Heute geht es mit der Aktie von Lion E-Mobility kräftig aufwärts, im Xetra-Handel steht aktuell ein Plus von knapp 26 Prozent. Im vergangenen Jahr waren erratischen Schwankungen des Titel charakteristisch, davor ging es zumeist bergab. Könnte sich nun mehr tun bei dem Hersteller von Batteriepacks (vor allem für Busse und große Batteriespeicher) oder ist es lediglich eine weitere Euphorie-Episode im derzeitigen Abwärtstrend (siehe auch Tageschart unten)?
Das Schweizer Unternehmen mit einem operativen Geschäft in Deutschland meldet zum Jahresauftakt recht erfreuliche Zahlen: Nach „einer starken Entwicklung“ wurde im vierten Quartal Umsatzerlöse von zwölf Millionen Euro erzielt. Insgesamt sollen die Umsätze 2025, nach vorläufigen Zahlen, bei 28 Millionen Euro liegen. Die Prognose hatte zuletzt bei zwischen 28 und 35 Millionen Euro gelegen. Auch das Erreichen der Untergrenze der Spanne wird von der Börse somit gefeiert; viele Kummer scheint im Kurs somit schon enthalten zu sein.
Die Erlöse wurde insbesondere durch Aufträge von Busherstellern in Nordamerika sowie von Karsan (Türkei, Busse) getragen. Teile von Umsätzen, die für das vierte Quartal vorgesehen waren, verschieben sich in das erste Quartal 2026. Neue Aufträge für Batteriepacks gab es vom Bestandskunden LEC für den Einsatz in Schulbussen. Im Verteidigungssektor, der zunehmend leistungsfähige, sichere und robuste Batteriesysteme nachfragt, gewann Lion im vierten Quartal Kunden hinzu.
Geliefert hat das Unternehmen im Segment Battery Energy Storage Systems (BESS) im vierten Quartal mit einem erfolgreich veräußertem ersten Projekt – eine Anlage mit fünf Megawatt beziehungsweise 20 Megawattstunden.
Dank anhaltender Umsatzdynamik, verbesserter Beschaffungsbedingungen sowie konsequenter Kosten- und Effizienzmaßnahmen schließt Lion das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich positiven operativen Gewinn (Ebitda) ab. Das Unternehmen sieht darin eine nachhaltige Trendwende gegenüber dem Vorjahr und eine solide Basis für profitables Wachstum. Versprochen hat Lion allerdings schon viel.
Mit dem Erreichen der Jahresprognose 2025, einer deutlich verbesserten Profitabilität und einer gut gefüllten Projektpipeline glaubt sich Lion E-Mobility in einer guten Position für das Geschäftsjahr 2026. Die Verschiebung bestimmter Umsätze in das erste Quartal 2026 sowie die steigende Nachfrage im BESS– und Verteidigungssegment böten zusätzliches Wachstumspotenzial.
Die Börse schöpft Hoffnung und vergibt (mal wieder) Vorschusslorbeeren. Die Geschäfte von Lion scheinen sich stabilisiert zu haben, es bleibt allerdings abzuwarten, ob mehr daraus wird. Erste Hinweise auf Besserung könnten ein nachhaltiges Überschreiten des Abwärtstrends und der 200-Tage-Linie bei 1,26 Euro liefern. Die Aktie bleibt spekulativen Nebenwert-Investoren vorbehalten.
Lion E-Mobility-Aktie (Tageschart): Ausbruch nach oben oder weiter abwärts?



