Bis auf 2,56 Euro war die SGL Carbon-Aktie (723530) im November 2025 abgerutscht. Dann keimten Hoffnungen auf, dass der Kohlefaserspezialist mit seiner Sanierung gut vorankommt. Als Folge ging es bis auf ein Niveau bei 5,66 Euro nach oben. Enttäuschende Geschäftszahlen und die Sorge, dass im Zuge der schwachen Weltwirtschaft die Sanierung auf wackeligen Füßen steht, sorgten anschließend für einen Kursrutsch, der den Titel wieder unter die Vier-Euro-Marke trieb. Nun legte die Gesellschaft frische Zahlen vor, die Hoffnung machen und den Kurs antreiben.
Dabei meldet meldete SGL Carbon, dass der Umsatz im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 94,2 Millionen Euro gefallen ist. Hauptgrund dafür ist die Beendigung von nicht profitablen Geschäftsaktivitäten, deren Umsätze im Zuge der Sanierung weggefallen sind. Zudem belastete auch eine geringe Nachfrage im Geschäftsbereich Graphite Solutions.
Immerhin meldeten die Wiesbadener, das ertragswirksame Kompensationszahlungen im Volumen von 26,7 Millionen Euro vereinnahmt werden konnten. Dabei handelt es sich um vertragliche Abnahmeverpflichtungen von Kunden aus der Halbleiterindustrie.
Auf der Ertragsseite lag das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 69,8 Millionen Euro lediglich 3,7 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Auch hier wirken sich die bereits erwähnten Kompensationszahlungen positiv aus. Mit Blick auf die gefallenen Umsätze erhöhte sich allerdings die Ebitda-Marge von 16 auf 17,7 Prozent.
Vorstandschef Andreas Klein wies beim Ausblick auf die Risiken im Zusammenhang mit den Unruhen im Mittleren Osten hin. Auch die begrenzte Befahrbarkeit der Straße von Hormus erwähnte der Firmenchef, da dies die Verfügbarkeit von benötigten Rohstoffen negativ beeinträchtigen kann. Zudem erhöht diese Entwicklung die Unsicherheit bei den SGL-Kunden, was wiederum die Investitionsentscheidungen negativ beeinflussen kann.
Trotzdem bestätigte Klein die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Konzernumsatz zwischen 720 und 770 Millionen Euro durchs Ziel gehen bei einem Ebitda zwischen 110 und 130 Millionen Euro
Die SGL-Aktie reagierte mit recht deutlichen Kursgewinnen auf die neuen Nachrichten, nachdem i8m Vorfeld am Markt Befürchtungen herumgereicht wurden, dass die Jahresprognose angepasst werden muss. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Turnaround aber noch immer nicht vollständig sichtbar ist, halten wir Engagement in der SGL-Aktie weiter für zu riskant, wie wir dies zuletzt im September 2025 [HIER klicken] bereits beschrieben hatten.
Denn noch ist nicht sichergestellt, dass der Konzern unter dem Strich im laufenden Geschäftsjahr schwarze Zahlen schreiben wird. Und auch die Charttechnik zeigt noch keine Entwarnung an, da die langfristigen Abwärtstrends weiterhin intakt sind.
Unsere defensive Empfehlung vom vergangenen September erwies sich allerdings als richtig. Denn das damals [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (DY1QVH) mit Cap bei 2,50 Euro erzielte bislang Kursgewinne. Es kletterte von 2,25 Euro immerhin auf 2,40 Euro. Mit Blick auf den Bewertungstag am 18. Dezember 2026 und dem Abstand von rund 40 Prozent zum Cap, können Anleger investiert bleiben. Ein Neuengagement lohnt allerdings nicht mehr, da die Restrendite auf zwei Prozent oder 5,1 Prozent p. a. zusammengeschmolzen ist.
SGL Carbon-Aktie (Tageschart): immer weiter abwärts




