Stabilus legte kürzlich frische Quartalszahlen vor. Dabei handelt es sich um die Daten für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (bis 30. Sepember). Gutes gab es allerdings nicht zu vermelden, der Auto- und Industriezulieferer muss deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ertrag hinnehmen. Daher überrascht es nicht, dass es der Stabilus-Aktie (STAB1L) weiter an Stabilität mangelt.
Von Oktober bis Dezember 2025 sank der Umsatz bei Stabilus um 10,7 Prozent auf 291 Millionen Euro. Der Spezialist für Gasdruckfedern litt besonders unter einer Nachfrageschwäche aus der Region Asien/Pazifik. Zudem sorgten Währungsverschiebungen für negative Effekte.
Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es gar zu einem Rückgang um 23 Prozent auf 29,3 Millionen Euro. Somit sank die Marge von 11,6 auf 10,1 Prozent. Hier belasteten, neben der Nachfrageschwäche, auch gestiegene Personalkosten. Beim Konzerngewinn kam es deshalb nahezu zu einer Halbierung von 14,3 Millionen vor Jahresfrist auf 8,1 Millionen Euro.
Sorgen bereitet weiterhin die schwache Nachfrage durch die wichtigen Kunden aus der Autobranche. Und auch die nicht kalkulierbare US-Zoll-Politik sorgt immer wieder für Unsicherheit. Hoffnungen ruhen nun auf einem im September 2025 gestarteten Kostensenkungsprogramm, bei dem weltweit rund 450 Stellen abgebaut werden sollen.
Dies soll dazu führen, dass die Ebit-Marge im laufenden Geschäftsjahr zwischen zehn und zwölf Prozent durchs Ziel gehen soll. Beim Umsatz strebt das Management einen Wert zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro an. Diese sehr breiten Korridore, sowohl bei der Marge als auch beim Umsatz zeigen, die enorme Unsicherheit, die wohl noch einige Quartale anhalten dürfte.
Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Stabilus-Aktie den Vorjahrestiefstkursen um 18 Euro wieder getestet hat. Einstweilen hat das Niveau gehalten, aber die charttechnische Situation bleibt kritikisch.
Fundamental ist das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht, auf Basis der Gewinne für das nun laufende Geschäftsjahr und einer Dividenden-Rendite von rund zwei Prozent, optisch günstig bewertet – viele Risiken sollten im Kurs eingepreist sein. Erweist sich der Bereich um 18 Euro als robust genug, könnten mutige Langfristanleger limitierte Kauforders auf diesem Niveau im Markt platzieren.
Schade, dass es keine Discount-Zertifikate gibt, die einen vergünstigten Aktieneinstieg ermöglichen. Doch dazu scheint die Handelsliquidität der Stabilus-Aktie zu gering zu sein. Die Derivate-Anbieter haben zwar Hebelprodukte im Angebot, diese stufen wir bei diesem Basiswert allerdings als zu riskant ein.
Stabilus-Aktie (Tageschart): intakter Abwärtstrend



