Erst seit wenigen Tagen wird die HausVorteil-Aktie (A31C22) im Freiverkehr der Börse München (m:access) und inzwischen auch auf Xetra gehandelt. Das junge Unternehmen kam dabei in Form eines klassischen Listings, also ohne die Ausgabe neue Aktien, an den Kapitalmarkt. Kerngeschäft der Gesellschaft sind Equity Release-Modelle für Immobilien.
Equity Release-Modelle ermöglichen Eigentümern von Wohnimmobilien, gebundenes Vermögen flexibel zu nutzen –, ohne aus dem vertrauten Umfeld ausziehen zu müssen. Potenziellen Kunden bietet die Gesellschaft mit innovativen Rekapitalisierungsprodukten und professionellen Maklerservices Lösungen wie einen Teilkauf ihrer Immobilie an, aber auch Sale & Lease-Back-Modelle, eine Erbpacht–Übernahme oder den klassischen Hauskauf.
Dabei arbeitet HausVorteil als Multi-Produkt-Anbieter bereits mit einer ganzen Reihe von Partnern zusammen. So können beispielswiese gekaufte Immobilien, die nicht ins eigene Buch genommen werden, schnell weitergegeben werden. Alle Modelle bringen dem Unternehmen dabei in irgendeiner Form Erlöse, sei es in Form von Mieten, Pachten oder Provisionen.
Dirk Hotopp, Vorstand für Vertrieb und Marketing, erklärt im Plusvisionen-Hintergrundgespräch dazu: „Wir verdienen an jeder Transaktion - durch Einmalerlöse, monatliche Einnahmeströme, aber auch durch Wertsteigerungen der Immobilien in unserem Bestand. So ist es auch möglich, dass wir operativ bereits profitabel arbeiten, obwohl unser Unternehmen erst am Anfang seiner Entwicklung steht.“
Der Markt für Equity Release steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen, anders als beispielsweise in England oder den USA, allerdings steigt die Nachfrage auch hierzulande nahezu kontinuierlich an. Dafür sorgt einerseits die klassische Alterspyramide mit einer immer höheren Lebenserwartung, andererseits die Notwendigkeit, dass sich viele ältere Personen mit Hilfe Ihrer Immobilie finanzieren müssen, da die klassische Rente beispielsweise Kosten der Pflege (oder auch mal eine Luxus-Reise) nicht abdecken kann.
HausVorteil ist also in einem stark wachsenden und nachgefragten Markt aktiv. Allerdings ist das Aufkaufvolumen des Unternehmens derzeit noch beschränkt, da das für die Expansion notwendige Eigen- und Fremdkapital nur begrenzt vorhanden ist. Finanzvorstand Sören Ploschke erklärt hierzu: „Nachdem wir zuletzt im Juli ein Refinanzierungsvolumen für Immobilienankäufe sichern konnten, ist der Börsengang für uns ein sehr entscheidender Schritt, der uns neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. Hierbei prüfen wir diverse Finanzierungsoptionen, zu denen auch eine mögliche Anleihe-Platzierung im kommenden Jahr zählt. Zudem sind wir in der Lage, unsere Aktie als Akquisitionswährung für Fusionen und Übernahmen zu nutzen.“
So bestätigt Hotopp, dass – abgesehen vom derzeit noch limitierenden Faktor Kapital – die Strukturen in den vergangenen Jahren bereits so ausgebaut wurden, dass ein jährliches Aufkaufvolumen von 50 bis 100 Millionen Euro problemlos zu stemmen sei. Für 2026 wird zudem ein Listing an der Nasdaq Nordics angestrebt.
Aktuell befinden sich rund 280 Immobilien im Gesamtwert von circa 140 Millionen Euro (AuM) im Bestand, die im Durchschnitt zu 43 Prozent angekauft wurden, wie uns Ploschke bestätigte. Dies korrespondiert mit einem aktuellen Börsenwert von knapp 50 Millionen Euro. Für 2026 erwartet das Analystenhaus Parmantier & Cie. einen Umsatz von 3,85 Millionen Euro und ein Nettoergebnis von 0,7 Millionen Euro. Deren Studie zeigt aber auch, dass – bei einer erfolgreichen Umsetzung der Planungen – die Umsätze in den nachfolgenden Jahren kräftig anziehen werden, bei Wachstumsraten jenseits von 30 Prozent und Gewinnsteigerungen, die noch höher liegen. So lautet das Parmantier-Urteil Kaufen mit Kursziel 31 Euro.
Die große Herausforderung für das Management wird daher das Einsammeln frischer Gelder sein. Gelingt dies, steht HausVorteil vor einer positiven Zukunft, da das Geschäftsmodell sich bereits jetzt als tragfähig und profitabel erweist und zudem eine hohe Skalierbarkeit aufweist. Dabei steht der HausVorteil mit Robin Lauber und seinem Family Office Infinitas Investment Group ein erfahrener Immobilienexperte als Ankeraktionär (Anteil 24 Prozent) und Partner zur Seite.
HausVorteil-Aktie (Tageschart): stabiler Börsenstart



