Die SAP-Aktie [zuletzt HIER berichtet] hat sich aus den Kurstiefen unter 130 Euro wieder deutlich nach oben gearbeitet. Derzeit notiert das Papier bei gut 170 Euro. Bei dieser Aufwärtsbewegung wurden auch wichtige Widerstände überwunden. Nun steht die Aktie knapp vor der 200-Tage-Durchschnittslinie. Zuletzt bewegte sie sich vor ziemlich genau einem Jahr darüber. Kann der Anstieg über diese Barriere gelingen?
Die beiden wichtigen Widerstandslinien bei 143 und 166 Euro hat die SAP-Aktie zügig geknackt. Das spricht für eine aktuell robuste Aufwärtsdynamik, die den Kurs noch deutlich höher tragen könnte. Die nächsten Hürden sind die 200-Tage-Linie bei derzeit knapp 173 Euro sowie die Widerstandslinien bei rund 182 und 214 Euro.
Bei aller Euphorie dürfte der Sprung über die 200-Tage-Linie kaum im ersten Anlauf gelingen. Aber wie wahrscheinlich ist ein mittelfristiger Anstieg darüber? Die Börse scheint sich an den Software–Titeln einstweilen hinreichend abgearbeitet zu haben. Offenbar wird nicht mehr alles negativ gesehen, wie noch vor wenigen Wochen.
Dennoch steht SAP durch die Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz (KI) und die Konkurrenz aus China und den USA unter Druck. SAP-Chef Christian Klein hat nun ein höheres Tempo bei der Entwicklung eigener KI-Produkte angemahnt und sieht den Entwickler von Unternehmenssoftware vor einer sehr großen Transformation, welche die der Cloud-Umstellung übertreffe.
Das klingt nach hohen Investitionen und schrumpfenden Margen – die Börse hat das, weil bekannt, schon im Kurs berücksichtigt. Ausgaben kann sich SAP leisten: Im zweiten Quartal 2026 verbesserte sich der betriebliche Cash-flow im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und der freie Cash-flow sogar um 27 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro.
Auch sonst konnten sich die Ergebnisse des zweiten Quartals sehen lassen: Das sogenannte Current Cloud Backlog stieg um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro und die Cloud-Erlöse um 22 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn kletterte um sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SAP ein Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro (zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro; 2025: 10,42 Milliarden Euro). Diese Spanne entspricht währungsbereinigt einer Wachstumsrate von 13 bis 17 Prozent. Der freie Cash-flow wird mit rund zehn Milliarden Euro (2025: 8,24 Milliarden Euro) erwartet.
SAP bleibt ein attraktives Investment mit guten Zukunftsaussichten, auch wenn die Margen kleiner werden könnten. Auch die Kurs–Krise scheint nun ausgestanden. Kritisch wird es wieder bei Kursen unter 143 Euro. Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro (für 2,6 Milliarden Euro wurde bereits gekauft) bis Ende 2027 sollte den Kurs tendenziell stützen.
SAP-Aktie (Tageschart): rasante Wende



