Die Porr–Aktie vollzieht seit Jahresanfang eine spannende (charttechnische) Entwicklung: Nach einer längeren Konsolidierungsphase im vergangenen Jahr (siehe auch Tageschart unten), ist das Papier aus dieser Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen – ein Grund zur Hoffnung?
Porr sieht sich, wie CFO Klemens Eiter heute während seiner Präsentation auf den Hamburger Investorentagen betonte, als One-Stop-Shop – Gestaltung, Planung, Umsetzung (Bau, Abbruch, Instandhaltung) und Betreuung – der Baubranche. Als Wachstumsfelder hat Porr die Deglobalisation, die Dekarbonisierung, die Digitalisierung und die Demographie ausgemacht.
So hat Porr erst kürzlich das Projektgeschäft der Viacama (früher Vamed-Tochter VSG) übernommen, um den Bereich Healthcare mit der Planung und Realisierung von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen zu stärken. Mit der VSG übernimmt Porr vauch die bestehenden Minderheitsbeteiligungen an fünf österreichischen Thermenresorts, dazu gehören der Aqua Dome Längenfeld, das Spa Resort Geinberg, das Thermenresort Laa, die St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen und das Tauern Spa in Kaprun. Von dem VSG-Segment verspricht sich Porr auch eine höhere Marge.
Die Betriebsgewinn–Marge (Ebit-Marge) ist ein Schwachpunkt von Porr: Sie lag 2024 lediglich bei 2,6 Prozent und wird 2025 zwischen 2,9 und 3,0 Prozent erwartet. In der Branche liegt diese im Schnitt bei 3,7 Prozent. Bis 2030 will Porr deshalb auf 3,5 bis 4,0 Prozent kommen. Dazu beitragen sollen: eine striktere Kostenkontrolle und ein effizienteres Risikomanagement sowie schlankere Prozesse bei der Realisierung.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2025 steigerte Porr das Ebit um 17,7 Prozent auf 108,1 Millionen Euro. Die Produktionsleistung liegt mit 4.986 Millionen Euro allerdings um 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Deutlich zulegt haben dagegen der Auftragsbestand mit 17,2 Prozent auf solide 9,6 Milliarden Euro und der Auftragseingang mit einem Plus von 25 Prozent.
Die Börse bewertet das aktuell mit 1,4 Milliarden Euro bei einem Eigenkapital von 896,8 Millionen Euro und einem Kassenbestand von 344,2 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung lag zuletzt bei 307,0 Millionen Euro.
Porr ist gut aufgestellt und günstig bewertet. Für 2024 lag der Gewinn je Aktie bei 2,32 Euro, woraus sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit 15,4 errechnet. Die letzte Dividende (für 2024) betrug 0,90 Euro je Aktie, was aktuell eine Dividenden-Rendite von 2,5 Prozent ergibt. Sowohl Gewinn je Aktie als auch die Dividenden-Ausschüttung sollten für 2025 steigen und somit die Bewertung verbessern.
Von zahlreichen Infrastrukturmaßnahmen (Straßen, Brücken, Tunnel, Eisenbahnstrecken, Flughäfen, Healthcare-Construction), Porr ist in der DACH-Region, sowie in Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei tätig, sollte das Bau-Unternehmen profitieren. Hinzu kommt der Bau von Datenzentren für die künstliche Intelligenz und der Ausbau der Energieversorgung.
Die Porr-Aktie bleibt ein attraktives Investment.
Porr-Aktie (Tageschart): Ausbruch nach oben



