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MBB-Aktie // Mit Blick auf Vorwerk zu günstig bewertet?

Von • 5. Februar 2021 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (0)1345

Anleger von Beteiligungsgesellschaften wissen: Nicht immer spiegelt der Wert der Holding (an der Börse) den Wert seiner Beteiligungen wider. Das hängt oft damit zusammen, weil nicht klar ist, was die einzelnen Unternehmen verdienen oder wie die Geschäftsaussichten sind. Die Aktie der MBB, einst aus Messerschmitt-Bölkow-Blohm hervorgegangen, beteiligt sich an mittelständischen Unternehmen. Zuletzt setzte MBB vor allem auf grüne Technologien.

So findet sich im Portfolio der E-Mobilitätsspezialist Aumann (40 Prozent Beteiligung), der Sperrholzplatten-Produzent (Innenausbau von Transportern und Caravans) Delignit (76 Prozent) und das Gas-Infrastruktur-Unternehmen Vorwerk (66 Prozent). Zusätzlich sind da auch noch Beteiligungen an der Internet-Security-Firma DTS IT mit 80 Prozent, an dem Servierten-Produzenten Hanke Tissue (47 Millionen Euro Umsatz) mit 96 Prozent, an dem Spezialchemiewert Obo-Werke (21 Millionen Euro) mit 100 Prozent und an dem Matratzen-Hersteller CT Formpolster (39 Millionen Euro) mit ebenfalls 100 Prozent.

Ein schönes Portfolio. Besonders angetan hat es die Investoren dabei die Vorwerk-Beteiligung. Das Unternehmen könnten ein (sehr) großer Profiteur der Energiewende werden. Das Unternehmen baut Gas-Netze (Erdgas und/oder Wasserstoff) und durch seinen Neuzukauf Bohlen Doyen auch Strom- und Kommunikationsnetze. Alles Dienst- und Bauleistungen, die in den kommenden Jahren stark nachgefragt werden dürften.

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Schon seit 2014 hat Vorwerk ein Wachstum bis 2019 von jährlich durchschnittlich 15 Prozent auf einen Umsatz von 173 Millionen Euro hingelegt. Mit Bohlen Doyen hätten die Erlöse 2019 rund 269 Millionen Euro betragen; 2020 sollen es 280 Millionen Euro sein. Stattlich ist die BetriebsgewinnMarge (adjustiertes Ebit) dabei: Sie liegt wohl bei 14 Prozent, was Bewertungsspielräume. Was ist Vorwerk wert? Bei diesen Wachstumsaussichten, der WasserstoffFantasie und dieser Marge könnte Börse bereits seinen einen Preis von jenseits der 700 Millionen-Euro aufzurufen.

Weder Christof Nesemeier noch Constantin Mang von MBB wollten sich dazu auf einem am 4. Februar von Montega organisierten Round Table äußern. Klar, MBB will Vorwerk an die Börse bringen – und das schon bald. Die Veröffentlichung der Vorwerk-Zahlen ist ein deutliches Indiz dafür.

Wie sieht es um die Bewertung der MBB-Aktie aus? Sie hat aktuell einen Marktwert von 829 Millionen Euro. Der Anteil an Delignit ist derzeit 43 Millionen Euro wert, der an Aumann 96 Millionen Euro und in der Bilanz findet sich ein Kassenbestand in Höhe von 182 Millionen Euro. Macht zusammen 321 Millionen Euro. Für die restlichen Beteiligung von MBB blieben somit 508 Millionen Euro übrig.

Einen Wert von 700 Millionen Euro für Vorwerk angenommen, käme allein diese Beteiligung auf 462 Millionen Euro. Eine weitere Perle ist sicherlich DTS IT mit einem Umsatz von 65 Millionen Euro. Das ITSicherheitsunternehmen soll perspektivisch ebenfalls an die Börse gehen. Die weiteren Unternehmen gäbe es dann quasi schon umsonst.

Die MBBAktie dürfte fundamental, trotz der jüngsten Kurssteigerungen, nach wie vor eher günstig bewertet sein. Technisch deutet sich allerdings ein kurzfristige Schwäche an: Der Abstand zur 200-Tage-Durchschnittslinie ist recht groß und die Markttechnik (MACD) verliert an Dynamik. Schwächere Tage können Anleger zum Kauf nutzen – und könnten sich so auch schon einen Anteil an Vorwerk sichern.

MBB-Aktie (Tageschart): nachlassende Aufwärtsdynamik

MBB Aktie

Bildquelle: Gabi Eder / pixelio.de

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