Auch im dritten Quartal trotze Jost Werke der schwachen Konjunkturentwicklung. Der Nutzfahrzeug-Zulieferer konnte in allen wesentlichen Märkten, in allen Regionen und in allen Geschäftsbereichen organisch wachsen. Entsprechend positiv reagierte die Aktie auf die Mitte November vorgelegten Zahlen. Der Sprung über die Hürde bei 55 Euro gelang aber erneut nicht.
Anfang Juli [HIER klicken] hatten wir darauf hingewiesen, dass die Jost Werke-Aktie (JST400) wohl auch diesmal an dem Widerstand im Bereich von 55 Euro scheitern wird. Damals hatte der Systemzulieferer für die Nutzfahrzeugindustrie von einem guten Jahresauftakt berichtet. Tatsächlich stieg der Wert zu diesem Zeitpunkt bis in den Bereich von 56 Euro, ehe es wieder abwärts ging. Die nachfolgende Konsolidierung führte den Titel gar bis auf 47 Euro.
Jetzt schickt sich Jost aber wieder an, in Richtung 55 Euro zu marschieren. Die Zahlen für das dritte Quartal waren gut: Der Umsatz stieg dabei um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro, wozu allerdings zu ganz großen Teilen die Übernahme des Hydraulikspezialisten Hyva beitrug. Bereinigt um Übernahme- und Währungseffekte wäre der Umsatz aber immerhin um knapp zehn Prozent gestiegen. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es zu einem Sprung von 40 Prozent auf rund 37 Millionen Euro, was eine Marge von 10,8 Prozent entspricht.
Gleichzeitig bestätigte Firmenchef Joachim Dürr die Jahresprognose. Demnach soll der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten um 40 bis 50 Prozent steigen, bei einem Ebit-Plus von 23 bis 28 Prozent.
Mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf, auf Basis der Schätzungen für 2026, sehen wir die Aktie weiter als günstig bewertet an. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von 2,9 Prozent, die den Wert nach unten gut absichert. Langfristanleger können daher zugreifen, sollten aber Geduld mitbringen, da die Hürde bei 55 Euro auch in den kommenden Monaten nur schwer überwindbar scheint.
Leider bieten die Emittenten von Zertifikaten weiter keine Papiere auf diesen Basiswert an. Speziell Discount-Zertifikate wären bei der vorhandenen Volatilität ein spannendes Produkt um in die Aktie verbilligt einsteigen zu können. Hier dürfen die Emittenten gerne nachlegen.
Jost Werke-Aktie (Tageschart): Widerstand im Bereich von 55 Euro



