Obwohl die Zahlen für das zweite Quartal, die Zalando vor Monatsfrist vorlegte, mehr als ordentlich waren, setzte die Zalando-Aktie (ZAL111) ihre Talfahrt auch in den vergangenen Tagen fort. Somit notiert der Titel rund 30 Prozent niedriger als noch vor drei Monaten.
Das zweite Quartal brachte bei Zalando ein Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es zu einer Verbesserung um 8,1 Prozent auf 186 Millionen Euro. Somit bewegte sich die Ebit-Marge weiter um den Vorjahreswert von 6,5 Prozent.
Beim Bruttowarenvolumen (GMV), einer wichtigen Kennzahl für Handelsunternehmen, ging es um ordentliche fünf Prozent auf 4,1 Milliarden Euro nach oben. Wichtig war zudem, dass die Zahl der aktiven Kunden weiter steigt: Sie erreichte mit 52,9 Millionen sogar einen neuen Höchststand, was gleichzeitig einem Plus von 6,1 Prozent entspricht.
Nachdem zum 11. Juli auch der Kauf von About You nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte hat das Management neue Prognosen für das Gesamtjahr veröffentlicht. So erwartet Zalando ein GMV von 17,2 bis 17,6 Milliarden Euro, bei einem Umsatz zwischen 12,1 und 12,4 Milliarden Euro. Beim Ebit wird ein Wert zwischen 550 und 600 Millionen Euro erwartet.
Nur bedingt vergleichbar dazu sind die Vorjahreswerte, weil About You nun eingerechnet werden konnte. Wir nennen die Daten trotzdem: Der Umsatz erreichte 2024 rund 10,6 Milliarden Euro, bei einem Ebit von 373,5 Millionen Euro.
Charttechnisch ist der Abwärtstrend noch intakt. Jedoch befinden sich im Bereich zwischen 22 und 24 Euro wichtige Unterstützungen, insbesondere aus dem Jahr 2024, aber auch aus 2023 und 2022. Somit könnte der Titel hier an dieser Linie aus technischer Sicht einen Wendepunkt finden. Dazu passt auch, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis, mit den Schätzungen für das kommende Geschäftsjahr, lediglich bei 16 liegt, was für die Zalando-Aktie ein historisch niedriger Wert.
Allerdings muss hier auch berücksichtigt werden, dass die Zuwachsraten der vergangenen Jahre nicht auf die kommenden Jahre übertragbar sind, da die Basis nun wesentlich höher ist. Trotzdem sind wir relativ zuversichtlich, dass der Titel bald drehen könnte, zumal auch mittelfristig eine bessere Konjunkturentwicklung den privaten Konsum wieder vermehrt anregen sollte. Langfristanleger können daher durchaus schwache Tage zum Kauf nutzen.
Das im Mai [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (SY2ENQ) mit Cap bei 28 Euro und Laufzeit bis Dezember 2025 hat durchaus noch die Chance, das Cap-Niveau bei 28 Euro zu erreichen. Es darf daher im Depot bleiben, zumal der Einstandskurs aus dem Mai bei 25,42 Euro mit einem aktuellen Abstand zum Aktienkurs von etwas mehr als einem Euro in direkte Sichtweite ist.
Uns gefällt aber auch ein Bonus-Zertifikat mit Cap (FA79UC), welches am 18. September 2026 ausläuft: Bleibt die bei 14 Euro platzierte Schwelle (Abstand aktuell rund 40 Prozent) bis dahin unverletzt, winkt eine Bonus-Rendite von 11,7 Prozent (11,1 Prozent p.a.). Kommt es hingegen zum Schwellenbruch, tilgt der Emittent in Aktien, die dann zumindest zwischen zeitlich deutlich billiger waren oder sind.
Zalando-Aktie (Tageschart): am Wendepunkt?



