Tesla Model 3

Tesla // Phänomenale Aktie

by • 4. April 2019 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (1)1782

Im ersten Quartal lief es bei dem Elektroautopionier Tesla aus Kalifornien gar nicht gut: Das Unternehmen hat 63.000 Fahrzeuge in diesem Zeitraum verkauft. Das sind zwar zehn Prozent mehr als im Vorjahr, aber gut 30 Prozent weniger als im Vorquartal. Zudem sank auch die Produktion von 86.555 (viertes Quartal) auf 77.100 Fahrzeuge. Für Tesla mit seinen Ansprüchen stetigen Wachstums und schließlich die Weltherrschaft im Automobilbau zu übernehmen ist das eine herbe Enttäuschung.

Zudem dürfte das nicht ohne Folgen bleiben: Kleinlaut räumt Tesla ein, dass durch die geringeren Absatzzahlen – trotz zahlreicher Preisanpassungen – der Einfluss auf den Nettogewinn im ersten Quartal negativ sein dürfte. Eine kleine Gewinnwarnung.

Aber die phänomenale Tesla-Aktie ficht das nicht wirklich an, gut, sie fällt für ihre Verhältnisse durchaus kräftig, doch ist das Bewertungsniveau nach wie vor erstaunlich. Der Gewinn je Aktie lag im Jahr 2018 bei minus 5,78 Dollar und im vierten Quartal bei plus 0,81 Dollar.

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Immerhin hat Tesla noch eine Cash-Reserve von 3,7 Milliarden Dollar und der Bestand hat im vergangenen Geschäftsjahr um 311 Millionen Dollar zugenommen, womit sich noch eine Weile wirtschaften lässt. Läuft der Online-Verkauf (viele Filialen mussten aus Kostengründen geschlossen werden) weiter so schleppend, könnte der Cash-flow allerdings schnell wieder ins Negative kippen.

Trotz dieser Zahlen spendiert die Börse Tesla eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 45 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu kommt BMW auf 47 Milliarden Euro bei Auslieferungen von 2,5 Millionen Fahrzeugen 2018, einem Eigenkapital von 58 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 10,82 (KGV: 6,8).

Nun wird gerne mit der Bruttomarge argumentiert. Ja, diese ist bei Tesla mit 23,4 (22,9) Prozent tatsächlich signifikant höher als bei BMW, die auf 19,0 (20,3) kommen. Rechtfertigt allein dies eine ähnliche Bewertung? Zweifel sind angebracht.

Die Tesla-Aktie scheint mit einer Freudenhaus-Bewertung mehr ein Fan-Papier zu sein, das von seinen Jüngern (oder politisch interessierten Freiern) entsprechend gestützt wird. Deshalb wird die Aktie auch schon seit Jahren als Big-Short genannt, ohne dass sich an den Kennziffern merklich etwas ändert. Stattdessen der Hinweis auf eine glorreiche Zukunft. Diese muss Tesla nun bald einlösen, sonst dürften auch die Jünger unruhig werden. Die jüngsten Absatzzahlen lassen den Glauben etwas schwinden.

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Tesla-Aktie (Tageschart): am Abwärtstrend (jüngster Rückschlag ist noch nicht im Chart enthalten)

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Bildquelle: Tesla
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