Der DAX erreicht erstmals in seiner Geschichte einen Stand von mehr als 26.000 Punkten. Dieses neue Hoch spricht für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, da an der Börse bekanntlich die Hausse die Hausse nährt oder für einen Einstieg kaum etwas verlockender ist als steigende Kurse. Davon könnte auch die Deutsche Börse als größter Handelsplatzbetreiber in Deutschland profitieren.
Die Aktie der Deutschen Börse befindet sich ebenfalls an einer wichtigen Chartmarke: Ende Juli, nach Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal 2026, stieg der Kurs zeitweise über das April-Hoch bei rund 266 Euro – fiel allerdings wieder auf gut 261 Euro zurück. Inzwischen notiert das Papier bei 265 Euro, also – noch – knapp unter dieser Barriere. Gut möglich, dass es sich bei dem Rückschlag lediglich um ein Pullback gehandelt haben könnte.
Die Daten zum zweiten Quartal 2026 und auch die Entwicklung des DAX stimmen durchaus zuversichtlich. Die Netto-Erlöse, ohne Treasury-Ergebnis, stiegen bei der Deutschen Börse, durch strukturelles Wachstum, um neun Prozent auf 1.412 Millionen Euro, trotz der Normalisierung des Marktumfeldes und eines starken Vorjahresquartals. Inklusive des Treasury-Ergebnisses von 205 Millionen Euro beliefen sich die Nettoerlöse auf 1.617 Millionen Euro und nahmen damit um sieben Prozent zu.
Das operative Ergebnis (Ebitda) ohne Treasury-Ergebnis stieg um 13 Prozent auf 775 Millionen Euro und inklusive des Treasury-Ergebnisses um zehn Prozent auf 980 Millionen Euro. Das Perioden-Ergebnis lag bei 569 Millionen Euro und somit zwölf Prozent über dem Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 3,33 Euro.
Die Deutsche Börse bestätigt ihre Prognose von Netto-Erlösen ohne Treasury-Ergebnis in Höhe von 5,7 Milliarden Euro und einem Ebitda ohne Treasury-Ergebnis in Höhe von 3,1 Milliarden Euro.
Aufgrund der veränderten globalen Zinsaussichten sowie höherer Bareinlagen gehen wir für das Gesamtjahr 2026 nun von einem Treasury–Ergebnis von mehr als 700 Millionen Euro aus. Inklusive dem Treasury-Ergebnis erwarten wir bei den Netto–Erlösen mehr als 6,4 Milliarden Euro und bei dem Ebitda mehr als 3,8 Milliarden Euro.
„Im zweiten Quartal hat unsere Gruppe ihre strukturelle Wachstumskraft erneut unter Beweis gestellt. Während sich die Handelsvolumina nach dem volatilen März in einigen Bereichen erwartungsgemäß normalisiert haben, verzeichnen wir in sechs unserer acht Geschäftsbereiche teils deutliches Erlöswachstum. Mit einem überproportionalen Anstieg des Ebitda demonstrieren wir zudem die angestrebte hohe operative Hebelwirkung.“
Jens Schulte, Finanzvorstand der Deutsche Börse
Würde die Deutsche Börse in diesem Jahr einen Gewinn je Aktie von rund 13 Euro erreichen, würde sich derzeit ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 20,4 errechnen, was für den Börsen-Betreiber angesichts hoher Volatilitäten und eines steigenden DAX samt Aussicht auf höhere Handelsaktivitäten nicht üppig ist. Die Zahlen zum zweiten Quartal – Treasury-Ergebnis von mehr als 700 Millionen Euro – stimmen zudem zuversichtlich.
Die Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, nach dem Doppelboden im November (2025) und Februar (2026), stehen somit gut. Nächstes Ziel auf dem Weg nach oben wäre das Mai-Hoch (2025) bei 290/293 Euro. Positiv auch: Die 200-Tage-Linie hat nach oben gedreht.
Das Aktienrückkaufprogramm ist am 26. Juni 2026 ausgelaufen.
Deutsche Börse-Aktie (Tageschart): Kurs vor wichtiger Barriere



