Ein schwacher Start ins laufende Geschäftsjahr, düstere Prognosen aus der Baubranche und negative Analysten-Kommentare sorgten dafür, dass die Heidelberg Materials-Aktie (604700) zuletzt schwach performte. Trotz des boomenden Gesamtmarkt bewegt sich der Titel nur unwesentlich über seinem Jahrestief.
Anfang Mai musste Heidelberg Materials schwache Zahlen für das erste Quartal öffentlichen. Dabei sorgte das Wetter und ungünstige Wechselkurse für ein Umsatz-Minus von 3,8 Prozent auf 4,54 Milliarden Euro. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es zu einem Minus von rund 30 Prozent auf 163 Millionen Euro. Dies war allerdings von den Marktteilnehmern erwartet. Daher konnte sich die Aktie damals immerhin behaupten. Dafür sorgte auch der Ausblick. Denn das Management bestätigte das Ebit-Ziel von 3,4 bis 3,75 Milliarden Euro im Gesamtjahr.
Zuletzt sorgten allerdings düstere Nachrichten des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden e.V. (BBS) für Kursverluste. Deren Präsident Dominik von Achten, zugleich auch Vorstandschef bei Heidelberg Materials (übrigens bereits seit 2007 im Vorstand) teilte mit, dass der Verbrauch von Zement in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, auf dem Niveau von vor dem Zweiten Weltkrieg liegt. Er sprach dabei von einem weiteren Schritt zurück.
Zum Vergleich: Der Top-Manager führte zudem aus, dass der Zementverbrauch in Deutschland derzeit rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2020 liegt. Hoffnung hegt von Achten vor allem dank der Staatsmilliarden, die hoffentlich im zweiten Halbjahr für eine verstärkte Bautätigkeit sorgen.
Als Folge sorgten dann auch noch negative Analystenkommentare für weitere Kursabschläge. So erwarten beispielsweise die Experten von Bernstein, dass der Iran-Krieg sich im zweiten Quartal negativ auswirken wird, zumal die hohen Energiekosten den Konzern weiter belasten. Entsprechend reduzierte der Analyst seine Umsatzprognose für das zweite Quartal um 2,5 Prozent. Auch die kanadische Bank RBC wurde etwas vorsichtiger.
Trotzdem markierte der Titel zuletzt kein Jahrestief, welches bereits Mitte März bei rund 160,00 Euro erreicht worden war. Somit könnte sich nun eine Seitwärtsbewegung fortsetzen, die den Wert zwischen 160,00 und 190,00 Euro pendeln lässt.
Dafür spricht auch die Fundamental-Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf auf Basis der Schätzungen für 2027. Dies zeigt, dass sehr viele Risiken bereits eingepreist sind. Zudem sichert eine erwartete Dividenden-Rendite von 2,4 Prozent den Wert nach unten ab. Trotzdem bleiben Direkt-Engagement Konjunkturoptimisten vorbehalten.
Im Depot bleiben kann aber das bereits im Februar [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (VH914W) mit Cap bei 190 Euro und Bewertungstag am 18. September 2026. Es notiert aktuell nur knapp unter dem Februar-Nievau, wäährend die Aktie rund 13 Prozent in dieser zeit verlor. Die aktuellen Konditionen: Geht die Aktie über dem Cap bei 190 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 190 Euro ausbezahlt, woraus sich nun eine Maximalrendite von 12,6 Prozent (55 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 190er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 168,77 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und noch einem Rabatt von rund fünf Prozent gleichkommt.
Heidelberg Materials-Aktie (Tageschart): Seitwärtsbewegung wahrscheinlich



