Man könnte von einem unglücklichen Timing sprechen, wenn man auch nur ansatzweise gewusst hätte, wann die USA und Israel den Iran angreifen. Denn zwei Tage später legte der Beiersdorf-Konzern seine Zahlen für 2025 vor, die eigentlich ganz ordentlich ausgefallen sind. Trotzdem geht es mit der Nivea-Aktie (520000) mehr als 17 Prozent in den Keller. Denn die Angst vor steigenden Ölpreisen, vor einer rückkehrenden Inflation, ein extrem schwacher Gesamtmarkt und ein sehr vorsichtiger Ausblick des Konzerns auf 2026 belasten.
Doch zunächst zu 2025: Beiersdorf wuchs organisch immerhin um 2,4 Prozent, woraus sich ein Konzernumsatz von 9,9 Milliarden Euro ergab. Die Betriebsgewinn-Marge (Ebit) lag bei 14 Prozent, bei Herausrechnung von Sondereffekten, dieser Wert lag im Vorjahr lediglich bei 13,9 Prozent.
Aktionäre sollen weiterhin eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie erhalten, die nach der Hauptversammlung am 23. April ausbezahlt wird. Zudem kündigte der Vorstand an, in den kommenden zwei Jahren Aktien im Wert von bis zu 750 Millionen Euro zurückzukaufen.
Doch auch diese eigentlich positive Nachricht wurde vom vorsichtigen Ausblick des Managements in den Schatten gestellt. Denn der Vorstand erwartet für 2026 lediglich einen unveränderten bis leicht steigenden Umsatz, ohne Berücksichtigung von An- und Verkäufen. Beim Ebit vor Sondereffekten geht die Verwaltung sogar davon aus, dass das Vorjahresniveau nicht erreicht werden kann, sondern man leicht unter den 2025er-Werten durchs Ziel gehen wird.
Das Problem des Konsumgüterkonzerns liegt vor allem weiterhin in der Schwäche des Hautpflege-Massenmarkt. Hier ist ein unveränderter Preisdruck im Markt. Wenig gut kam zudem an, dass der Vorstand für das nun laufende Quartal eine organische Umsatzentwicklung erwartet, die gar unter der Jahresprognose liegt.
Da auch noch der Gesamtmarkt deutlich zu Schwäche neigt, ist es keine Überraschung, dass die Aktie, die kürzlich noch die Marke von 110 Euro zurückerobert hatte, massiv unter die Räder kommt. So bewegt sich das Nivea-Papier aktuell im Bereich der Tiefs aus 2025 beziehungsweise, an der charttechnischen Unterstützung aus dem Jahr 2022. Sollte die Marke von 85 Euro nun unterschrieben werden, sind aus technischer Sicht auch Kurse von 60 Euro durchaus möglich.
Dagegen spricht allerdings inzwischen die Fundamental-Bewertung. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2027 liegt inzwischen bei 20, was ein historisch niedriger Wert ist. Mit Blick auf das Gesamtmarktklima und das negative Sentiment der Aktie, raten wir aber weiterhin von Direktinvestments ab, wie wir dies schon im Oktober [HIER klicken] getan hatten.
Das bereits im August [HIER klicken] und im Oktober [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (SX6RPL) mit Cap bei 100 Euro und Bewertungstag am 20. März 2026 wird den Cap-Level von 100 Euro bis zum Bewertungstag wohl nicht mehr erreichen. Anleger sollten daher den Verlust von rund 6,5 Prozent realisieren. Dem steht gegenüber, dass die Beiersdorf-Aktie seit der Besprechung im August und der Analyse vom November jeweils rund elf Prozent verloren hat. Mit Blick auf die Charttechnik halten wir aktuell auch defensive Discount-Strategien für zu riskant, weshalb wir auch kein neues Rabatt-Papier vorstellen.
Beiersdorf-Aktie (Tageschart): rasante Talfahrt bis zur Unterstützung



