In der Vorwoche hatte Wacker Chemie seinen Anteil an Siltronic weiter abgebaut und Anteilscheine am Kapitalmarkt umplatziert. Dies sorgte bei der Wacker Chemie-Aktie kurzfristig für eine positive Entwicklung. Langfristig schmerzt die Trennung allerdings, da der Chemiekonzern nicht mehr in diesem Maße am Erfolg des Chip-Spezialisten teilhaben kann.
Schon im Mai hatte Wacker Chemie eine Kurserholung bei Siltronic genutzt, um Anteile abzustoßen. Nun erlöste der Chemiekonzern rund 170 Millionen Euro durch weitere Umplatzierungen, sodass der Anteil von Wacker an Siltronic nun auf rund 15 Prozent abgeschmolzen ist. Die Wacker Chemie-Aktie (WCH888) profitierte nur kurzfristig von dem Geldsegen. Denn weiterhin überlagern die Branchenprobleme der zyklischen Chemie-Branche den Kursverlauf.
So pendelt die Aktie aktuell knapp unter der 90-Euro-Marke und liegt damit rund zehn Prozent unter dem Niveau unserer jüngsten Besprechung vom April [HIER klicken]. Damals hatten wir – nach einer rasanten Kurserholung – darauf hingewiesen, dass die Wacker Chemie-Aktie sehr hoch bewertet ist und von Engagements abgeraten.
An dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert. Denn der Titel wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 36 (auf Basis der Schätzungen für 2027) mehr als ausreichend bezahlt. Auch die Chance beziehungsweise Hoffnung, dass Wacker Chemie für das nun laufende Geschäftsjahr eine Dividende zahlt, kann über die hohe Bewertung nicht hinwegtäuschen, wenngleich sich die Finanzstruktur durch die Siltronic-Verkäufe natürlich etwas verbessert hat, es also weniger Schulden im Konzern gibt.
Zudem halten wir die charttechnische Situation für schwierig: Denn vom Zwischenhoch aus dem Juni hat sich inzwischen ein Abwärtstrend gebildet. Sollte sich die Unterstützung im Bereich zwischen 83,00 und 85,00 Euro nicht als robust erweisen, sind auch Kurse im Bereich der 70er-Linie denkbar. Dann wäre auch die 200-Tage-Linie klar unterschritten, die derzeit noch Halt bietet. Direkt-Engagement bleiben daher Langfristanlegen vorbehalten, die auch Schwächephasen aussitzen können.
Das im April vorgestellte Discount-Zertifikat (FD4HCQ) mit Bewertungstag am 18. Dezember 2026 und Cap bei 90,00 Euro darf aber im Depot bleiben, da der Einstandspreis bei 81,21 Euro (dem damaligen Zertifikate-Kurs [HIER klicken]) liegen würde. Es ist also eigentlich eine Halteposition. Wer lieber in die nachfolgende Empfehlung investieren will, der kann aber auch verkaufen. Während nämlich die Aktie seit Vorstellung um rund zehn Prozent verlor, hat das Zertifikat mit einem aktuellen Kurs von 82,93 Euro sogar mehr als zwei Prozent zugelegt.
Aktuell würden wir etwas defensiver herangehen und ein Discount-Zertifikat (FE5R8V) mit Cap bei 80,00 Euro und Bewertungstag am 18. Juni 2027 investieren. Geht der Basiswert unter dem Cap durchs Ziel kauft der Anleger die Aktie zu 72,01 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Preis entspricht. Verweilt die Wacker Chemie-Aktie hingegen über der 80-Euro-Marke, erhält der Anleger 80,00 Euro in Cash. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite von 11,1 Prozent oder 15,2 Prozent p. a., was für den entgangenen Aktieneinkauf mehr als ausreichend entschädigt.
Wacker Chemie-Aktie (Tageschart): hält die 200-Tage-Linie?



