Als Plusvisionen vor fast genau einem Monat HIER über Daldrup & Söhne berichtete, bewegte sich die Aktie noch recht deutlich unter der Widerstandslinie bei 14,50 Euro. Inzwischen wagte das Papier des Spezialbohrunternehmens den Blick darüber. Das könnte der Auftakt zu einem charttechnischen Ausbruch nach oben werden.
Daldrup & Söhne beschäftigt sich mit Geothermie (Flach- und Tiefbohrungen), Rohstoff– und Explorationsbohrungen, Bohrungen zur Wassergewinnung (Brunnen) oder Spezialbohrungen in den Bereichen Infrastruktur und Umweltservices. Der Umsatzanteil der Geothermie lag 2024 bei 44 Prozent und der von Explorationsbohrung bei 46 Prozent. Im Segment der Geothermie dreckt Daldrup die gesamte Wertschöpfungskette von der Machbarkeitsstudie, über die Bohrung und der Errichtung eines Thermalwasserkreislaufs bis hin zur Kraftwerkserrichtung samt Fernwärmeversorgung ab.
Im ersten Halbjahr 2025 erzielte Daldrup auf Konzernebene eine Gesamtleistung von 20,7 Millionen Euro, nach 29,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – einige längerfristige Aufträge wurden im ersten Halbjahr 2024 gebucht.
Der operative Gewinn (Ebitda) ging dadurch von 3,8 auf 3,5 Millionen Euro zurück und das Betriebsergebnis (Ebit) gab von 3,0 auf 2,6 Millionen Euro nach. Durch den Rückgang der Gesamtleistung ergibt sich aber ein Anstieg der Ebit–Marge von 10,2 auf 12,8 Prozent. Der Konzernhalbjahresüberschuss konnte gegenüber dem Vorjahreswert um 6,8 Prozent auf 2,1 Millionen Euro gesteigert werden.
Sehr erfreulich für die Zukunft: Die Nachfrage nach Bohrungen in den Geschäftsbereichen Geothermie sowie Rohstoffe und Exploration steigt kräftig, sodass der Auftragsbestand per Ende August 2025 mit 140 Millionen Euro ein Rekordniveau in der Unternehmensgeschichte erreicht hat. Das Marktvolumen wird auf 325 Millionen Euro geschätzt.
Der Vorstand ist deshalb zuversichtlich für den weiteren Geschäftsverlauf und erwartet 2025 eine Ebit-Marge zwischen zehn und zwölf Prozent (Untergrenze Ende August von neun auf zehn Prozent angehoben), bei einer Gesamtleistung von rund 52 Millionen Euro.
Für die Folgejahre gibt sich Daldrup ebenfalls optimistisch, was mit dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG) und der Fündigkeitsabsicherung (wer wegen Geothermie bohren lässt, trägt kein finanzielles Risiko) und Bohrungen im Bereich Infrastruktur aus dem Sondervermögen Infrastruktur (Milliarden-Schulden des Bundes für Infrastruktur-Investitionen) begründet wird [wir hatten HIER berichtet].
Derzeit bewertet die Börse Daldrup mit 86,3 Millionen Euro, was Angesichts der Umsatzperspektive und der Marge nicht üppig ist.
Sollte die Aktie die Barriere bei 14,50 Euro überwinden, fänden sich die nächsten technischen Widerstände im Bereich von 18/19 Euro (aus den Jahren 2008 bis 2011).
Daldrup & Söhne-Aktie (Wochenchart): Ausbruch nach oben könnte gelingen



