Weiter im langfristigen Abwärtstrend befindet sich die Medios-Aktie (A1MMCC). Die Trendwende lässt somit weiter auf sich warten, obwohl der Titel das Tief aus dem Frühjahr 2025 bei 9,98 Euro in den vergangenen Monaten nicht unterschritten hat. Dazu haben wohl auch die jüngsten Nachrichten aus dem Unternehmen beigetragen, die mindestens ordentlich waren.
Die Zahlen für das erste Halbjahr lesen sich gut: Der Umsatz kletterte um 8,4 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro. Damit gelang es der Gruppe erstmals in einem Halbjahr die Milliarden-Marke zu überwinden. Der Vorstand betonte, dass allen alle operativen Segmente zum Wachstum beigetragen haben.
Trotz dieser guten Entwicklung sank das operative Ergebnis (Ebitda) um 5,1 Prozent auf 44 Millionen Euro. Die entsprechende Marge reduzierte sich entsprechend von 4,7 Prozent auf 4,1 Prozent. Das Management machte für die sinkende Rendite vor allem das Segment Arzneimittelversorgung verantwortlich, aber auch den Anstieg der operativen Aufwendungen. Wenig überraschend ist dabei, dass Thomas Meier, der Vorstandschef von Medios, zwar das anhaltende Wachstum lobt, aber den Fokus nun auf eine höhere Profitabilität legen will.
Positiv zu werden ist auch Kauf von 74 Prozent der Anteile an der Caesar & Loretz GmbH (Caelo), einem führenden deutschen Anbieter pharmazeutischer Wirkstoffe, Hilfs- und Rohstoffe für Apotheken, Kliniken und industrielle Kunden. Diese Gesellschaft wird im laufenden Geschäftsjahr, so die Angaben von Medios, einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro erreichen.
Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Konzern bestätigt, er hatte sie aber erst Ende Juli angepasst. Der Konzernumsatz soll nun zwischen 2,1 und 2,16 Milliarden Euro durchs Ziel gehen. Vorher waren Werte von 2,0 bis 2,12 Milliarden Euro erwartet worden. Beim Ebitda hatte der Konzern hingegen eine Anpassung nach unten vorgenommen: So sollen nun 88 bis 92 Millionen Euro erreicht werden, nachdem zunächst 94 bis 102 Millionen Euro angestrebt worden waren.
Mit Blick auf die Charttechnik und die Verlangsamung des Abwärtstrends halten wir weiterhin, wie zuletzt im April [HIER klicken], eine Trendwende für möglich. Positiv zu werden ist dabei, dass das Tief aus 2025 nicht mehr unterschritten worden war. Jedoch ist der langfristige Abwärtstrend definitiv noch immer intakt.
Klar für eine Trendwende spricht hingegen die Fundamentalbewertung der Aktie. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2026 bei elf, auf Basis der Analysten-Erwartungen für 2027 gar nur bei neun. Eine Dividende zahlt der Konzern allerdings derzeit nicht. Wir sehen Medios aber auch ohne Dividendenzahlung als attraktiven Wert an, den langfristig orientierte Anleger dem Depot beimischen können.
Gut ins Bild passt auch ein Discount-Zertifikat (DU8R30) mit Bewertungstag am 19. März 2027 und Cap „am Geld“ bei 11,00 Euro. Geht die Aktie über dem Cap durchs Ziel, erzielen Anleger eine Maximalrendite von 10,3 Prozent oder hochgerechneten 18,1 Prozent p. a. Verfehlt der Basiswert hingegen das Cap-Niveau, tilgt der Emittent durch Lieferung der Aktie. Der Einstandspreis liegt dann bei 9,97 Euro, was dem aktuellen Zertifikatekurs entspricht und einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von mehr als elf Prozent gleichkommt.
Medios-Aktie (Tageschart): verlangsamter Abwärtstrend



