Und Rüstung läuft doch (noch) an der Börse, zumindest bei Deutz! Der Kölner Motorenbauer hat heute die Übernahme (100 Prozent) von Sobek bekanntgegeben. Sobeck ist an drei Standorten in Baden-Württemberg und Hessen auf die Anwendungsfelder Motorsport, Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik spezialisiert. Das Unternehmen beliefert unter anderem mehrere Teams in der Formel 1 und Formel E mit Hochleistungspumpen auf Basis seiner Elektromotoren und Steuerungselektronik – ein attraktiver Markt mit zweistelligen Margen. Ein größeres Potenzial sieht Sobek jedoch aktuell im Geschäft mit Drohnen, da die Bedeutung unbemannter Verteidigungssysteme stark wächst.
Mit dem Kauf setzt Deutz seine Dual+-Strategie konsequent fort, sich breiter aufzustellen, unabhängiger vom zyklischen Geschäft mit Verbrennungsmotoren zu machen und dabei sein Defense–Geschäft systematisch auszubauen. Die Börse belohnt die Akquisition mit einem Plus von knapp sechs Prozent bei der Deutz-Aktie.
Charttechnisch setzt die Aktie, nach kurzer Konsolidierung, den seit Jahresanfang bestehenden Aufwärtstrend weiter fort. Nächste Kursziel sollte der Bereich von zwölf Euro sein, dem Hoch aus dem Jahr 2007 und danach knapp 14 Euro mit dem Rekordkurs aus dem Jahr 1998.
Kürzlich hat Deutz seine Halbjahresergebnisse vorlegt: Der Auftragseingang legte in den ersten sechs Monaten um 30,7 Prozent auf 1.034,1 Millionen Euro zu, der Umsatz stieg um 15,0 Prozent auf 1.007,1 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebit vor Sondereffekten) belief sich auf 47,1 Millionen Euro, die bereinigte Ebit–Rendite auf 4,7 Prozent. Dabei profitiert Deutz von der erfolgreichen Umsetzung seiner Portfoliostrategie und Einsparungen durch sein Kostensenkungsprogramm Future Fit.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Deutz einen Umsatz zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Euro sowie eine bereinigte Ebit-Rendite zwischen fünf und sechs Prozent. Der freie Cash-flow (vor M&A) soll unverändert im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.
Derzeit wird die Deutz-Aktie mit 1.290,1 Millionen Euro bewertet. Auf Basis des bereinigten Ebits der Unternehmensprognose würde sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell 11,7 errechnen. Mit Blick auf Umsatz, Marge und Wachstumsaussichten durch Verteidigungsinvestitionen ist das nicht üppig. Die Deutz-Aktie bleibt ein attraktives Investment.
Deutz-Aktie (Tageschart): neues Jahreshoch, Trend intakt



