Brenntag hat nach der Vorlage von Vorab-Gewinnschätzungen für das zweite Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Dies war möglich, weil der Chemikalien-Händler von April bis Juni gute Geschäfte machen konnte, die über den eigenen Erwartungen lagen. Allerdings tritt die Brenntag-Aktie (A1DAHH) trotzdem nur auf der Stelle.
Letztendlich kam es überraschend: Schon am 22. Juni nannte Brenntag erwartete Gewinnzahlen für das zweite Quartal 2026. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) geht der Vorstand davon aus, dass der Wert um 450 Millionen Euro liegen wird. Zum Umsatz machte der Essener Konzern hingegen noch keine Aussagen. Trotzdem sah sich der Vorstand bereits in der Lage, die Prognose für das Gesamtjahr zu erhöhen.
So soll das Ebitda nun zwischen 1,25 und 1,40 Milliarden Euro durchs Ziel gehen. Bisher lag der Zielwert in einer Spanne zwischen 1,15 und 1,35 Milliarden Euro. Möglich war dies, weil der Konzern eine robuste Nachfrage verzeichnete und verbesserte Marge im Zusammenhang mit den Marktverwerfungen im Mittleren Osten erzielen konnte. Allerdings informierte das Management über weiter vorhandene Risiken. So hält der Vorstand trotz der bislang guten Entwicklung eine Nachfrageschwäche in der zweiten Jahreshälfte noch für möglich.
Bis die endgültigen Zahlen Für das Q2 kommen, wird es aber noch eine gewisse Zeit dauern: Sie sind erst für den 12. August angekündigt. Vielleicht ist dies ein Grund, warum sich die Aktie zuletzt kaum verändert zeigte. Sie pendelte in relativ engen Spannen um die Marke von 50,00 Euro, was auch dem Niveau unserer jüngsten Besprechung vom Januar 2026 [HIER klicken] entsprach.
Im Mai hatte das Brenntag-Papier zuletzt ein Zwischenhoch im Bereich von 64,00 Euro markiert, ehe es zu Gewinnmitnahmen kam. Nun scheint aber die Unterstützungszone im Bereich zwischen 50,00 und 53,00 Euro einen technischen Halt zu geben, zumal der Bruch des sehr kurzfristigen Abwärtstrends wohl bevorsteht. Aus technischer Sicht deutet sich also eine Kurserholung an.
Dafür spricht auch die Fundamental-Bewertung. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2027 bei attraktiven 13. Hinzu kommt eine recht attraktive Dividenden-Rendite von 3,6 Prozent. Dies sollte den Wert zudem nach unten gut absichern. Anleger können daher, trotz der konjunkturellen Risiken, Positionen aufbauen.
Wer bei unserem im Januar [HIER klicken] vorgestellten Discount-Zertifikat (SX6F2V) mit Bewertungstag am 18. September 2026 und Cap bei 50 Euro zugegriffen hat, kann investiert bleiben, obwohl das Zertifikat vom damaligen Niveau bei 45,99 Euro inzwischen auf 48,58 Euro gestiegen ist. Denn weiterhin besteht die Chance, dass man verbilligt in die Aktie einsteigen kann. Ansonsten tröstet die noch mögliche Restrendite von 2,9 Prozent oder hochgerechneten 12,5 Prozent p.a. über den entgangenen Aktienkauf hinweg.
Brenntag-Aktie (Tageschart): gut unterstützt



