Es hätte ja klappen können: Die südkoreanische Doosan Bobcat hatte wohl mehr als ein Auge auf den deutschen Baumaschinenhersteller Wacker Neuson geworfen. Dies wurde Anfang Dezember bekannt. Nun folgte die Absage der möglichen Übernahme. Und schon waren die zwischenzeitlich angelaufenen Kursgewinne wieder dahin.
Mit Blick auf die Aktionärsstruktur hatten wir Anfang Dezember [HIER klicken] erwartet, dass die geplante Übernahme durch Doosan Bobcat relativ schnell erfolgen kann. Denn drei Großaktionäre halten zusammen rund 58 Prozent der Aktienanteile. Auch deshalb kletterte die Wacker Neuson-Aktie (WACK01) damals von Kursen um 18 Euro bis auf ein Zwischenhoch im Bereich von 26 Euro. Dort hielt sich der Titel relativ konstant – bis zum 23. Januar (2026).
An diesem Freitag meldete der Baumaschinenhersteller überraschend, dass die mögliche Fusion geplatzt sei. Zu den Gründen machte der deutsche Konzern keine Angaben. Experten vermuten allerdings, das Doosan Bobcat hohes Interesse am südkoreanischen Waferhersteller SK Siltron habe und das Geld lieber dort investieren will.
Die Folge der Absage war ein Kursrückgang, der das Papier wieder unter 20 Euro hat zurückfallen lassen. Mit Blick auf die schwierige Konjunktursituation ist natürlich jegliche Euphorie aus dem Titel wieder ausgepreist. Allerdings lassen die neuesten Nachrichten aus dem Hause des Maschinenbauherstellers darauf schließen, dass wohl die eigene Guidance für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 erreicht worden ist.
Somit rückt nun die klassische Fundamentalanalyse wieder in den Vordergrund. Hier zeigt sich, dass der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn auf Basis der erwarteten 2026er Gewinne günstig bewertet ist, hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von mindestens 2,6 Prozent. Auch charttechnisch sehen wir keine große Gefahrenquelle, denn im Bereich von 16/18 Euro ist die Aktie gut unterstützt. Hier könnte sich ein neuer Boden bilden. Für Langfristanleger könnten in dieser Situation über einen Positionsauf- oder -ausbau nun nachdenken.
Schade, dass es auf diesen Basiswert aktuell Anlagezertifikate gibt, denn speziell Discounter könnten vor dem Hintergrund der gestiegenen Volatilität jetzt attraktive Konditionen aufweisen. Hier dürfen die Emittenten nach der gescheiterten Übernahme gerne nachlegen.
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