Die DEAG Deutsche Entertainment AG geht wieder auf Tournee am Anleihemarkt. Im Rampenlicht derzeit: Der DEAG-Bond 2025/2029 (A460AS). Noch bis 8. Oktober kann die neue Anleihe gezeichnet werden. Die Spanne für den festen Zinssatz liegt bei sieben bis acht Prozent p. a. Der endgültige Zins wird zum Ende der Zeichnungsfrist festgelegt. Die Laufzeit beträgt überschaubare vier Jahre.
Mit den Mitteln aus der neuen Anleihe, die ein Volumen von bis zu 75 Millionen Euro hat, will die DEAG ihre bisherige Anleihe im Volumen von 50 Millionen Euro ablösen. Der überschüssige Betrag soll in weiteres Wachstum investiert werden. Zum einen sollen Minderheitenanteile bei Konzerngesellschaften aufgestockt werden, die bei der DEAG traditionell hoch sind, was an der M&A-Strategie des Konzerns liegt. Bei Übernahmen geht man nämlich oft zunächst nicht vollständig ins Risiko, sondern stockt erst auf, wenn die Integration geklappt hat.
Weitere Mittel der neuen Anleihe sollen in die Fortsetzung eben jener Buy-&-Build-Strategie investiert werden, mit der die DEAG allein in den vergangenen Jahren mehr als 20 Übernahmen getätigt hat. Ziel dabei ist immer, die Wertschöpfungskette auszuweiten, das Portfolio bezüglich Genres und Regionen auszubauen, das Ticketing zu stärken und vor allem Synergien zwischen den Konzerngesellschaften zu generieren. Auch für weiteres organisches Wachstum sollen Anleihemittel eingesetzt werden.
Anleiheinvestoren begegnen mit der DEAG einem Emittenten, der im Live-Entertainment in Europa eine führende Position einnimmt. Die Kernmärkte Deutschland, Großbritannien und Schweiz wurden in den vergangenen Jahren konsequent um zusätzliche Länder wie Spanien, Italien und Dänemark erweitert. Und das angestammte Rock-/Pop-Geschäft wurde um Family Entertainment, Ausstellungen und in jüngerer Vergangenheit sehr erfolgreich um Literatur und gesprochenes Wort ausgebaut. So zählt Europas größtes Literaturfestival, die lit.COLOGNE, inzwischen zum DEAG-Portfolio. Aber natürlich kommen Künstler wie Ed Sheeran, Iron Maiden, Böhse Onkelz oder Tream bei der DEAG nicht zu kurz und die Musik-Festivals ziehen jedes Jahr hunderttausende Besucher in Europa an.
Das DEAG-Konzept scheint aufzugehen. Rund 6.000 Veranstaltungen quer durch Europa stehen jährlich zu Buche. Zwölf Millionen Tickets will das Unternehmen dafür im laufenden Jahr verkaufen. Das wäre einmal mehr ein Rekord. Beim Umsatz soll das Rekordniveau von 370 Millionen Euro im laufenden Jahr auch nochmals übertroffen werden und beim operativen Ergebnis (Ebitda) ist eine deutliche Steigerung geplant. Das erste Halbjahr 2025 mit rund 17 Prozent mehr Umsatz und einem mehr als verdoppelten Ebitda zeigt, dass die DEAG dabei auf einem guten Weg ist.
Bei der Anleihe lässt die DEAG sich mit der aktuellen Kupon-Spanne von sieben bis acht Prozent nicht lumpen, bedenkt man, dass die Vorgängeranleihe 2023/2026 an der Börse derzeit mit einer annualisierten Rendite bezogen auf die Restlaufzeit von unter 5,5 Prozent gehandelt wird. Hier scheint der Emittent einen ordentlichen Zins anzubieten, um Platzierungssicherheit zu schaffen. Folgerichtig lässt DEAG-CEO Detlef Kornett sich im Mainvestor Company Talk auch mit der Aussage zitieren, man strebe eine Überzeichnung an. Wir gehen von einer erfolgreichen Emission aus und halten die Kondition auch aus Anlegersicht für attraktiv.


