Die Deutsche Rohstoff entwickelt sich zu einem wahren Cash-Förderer: Der freie Cash-flow betrug zuletzt 42,5 Millionen Euro, trotz Investitionen in Höhe von 143,0 Millionen Euro. Die Geld-Flut dürfte nicht abreißen, da der Öl- und Gas-Förder-Spezialist eine deutliche Ausweitung seines Bohrprogramms in Wyoming plant, was bei einem Öl-Preis von 80 bis 90 Dollar je Faß sehr lohnenswert ist, wie CEO Jan-Philipp Weitz auf den Hamburger Investorentagen (HIT) nochmals betont.
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte der Konzern seine Umsatzerlöse um 7,5 Prozent auf 110,0 Millionen Euro, bei einem durchschnittlich realisierte Ölpreis von 78,4 Dollar je Barrel. Der operative Gewinn (Ebitda) erhöhte sich von 70,5 auf 205,2 Millionen Euro und das Konzernergebnis kletterte von 15,5 auf 134,7 Millionen Euro.
Das Ergebnis ist durch außerplanmäßige Abschreibungen auf ältere Bohrungen in Colorado in Höhe von rund 15,0 Millionen Euro belastet. Aus Teilveräußerungen von 11,6 Millionen Almonty–Aktien (ein kanadischer Wolfram-Produzent, wichtiger Rohstoff für die Rüstungsindustrie, China liefert nicht mehr) einen Gewinn vor Steuern von rund 128,0 Millionen Euro. Ohne den Ergebnisbeitrag aus dem Metallgeschäft und außerplanmäßige Abschreibungen erhöhte sich das Ergebnis aus Öl und Gas um 47 Prozent auf 23,2 Millionen Euro.
Der operative Cash-flow belief sich auf 70,0 Millionen Euro, bei Investitionen in neue Bohrungen und Infrastruktur von rund 126,0 Millionen Euro sowie für Landkäufe von gut 17 Millionen Euro. Der freie Cash-flow war mit 42,5 Millionen Euro positiv. Die liquiden Mittel einschließlich Wertpapieren erhöhten sich auf 133,2 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 352,2 Millionen Euro.
Das Bohrprogramm hat die Deutsche Rohstoff von sechs auf nun 32 Bohrungen ausgeweitet, bei einem Capex von 320 Millionen Euro (rund zehn Millionen Euro je Bohrung). Im ersten Halbjahr lag die BOEPD (Barrel of Oil Equivalent Per Day) bei 13.501. Diese sollen im zweiten Halbjahr auf 24.000 bis 26.000 zulegen und im Gesamtjahr so 18.500 bis 20.000 erreichen.
Spannend: Die ersten vier Bohrungen des Jahres 2026 auf dem Dillon/Billings-Pad, die in die Niobrara-Formation abgeteuft wurden, kamen rund drei Monate nach Produktionsbeginn bereits auf ein kumuliertes Fördervolumen von mehr als 90.000 Barrel pro Bohrung oder generierten 18 Millionen Dollar Cash-flow bei einem Netto-Capex von 38 Millionen Dollar – ein sehr lohnenswertes Geschäft.
Im Basisszenario erwartet der Vorstand für 2026 einen Umsatz von 300 bis 320 Millionen Euro und ein Ebitda von 380 bis 400 Millionen Euro. 2027 könnten die Erlöse (Basisszenario) dann bei 320 bis 340 Millionen Euro und das Ebitda bei 240 bis 260 Millionen Euro liegen.
Die Börse bewertet die Deutsche Rohstoff derzeit mit 413,4 Millionen Euro, was angesichts des eher vorsichtig prognostizierten Ebitdas, angesichts der geplanten Bohrungen und des aktuellen Öl-Preises sehr moderat ist. Den Buchwert des eigenen Metall-Portfolios schätzt die Deutsche Rohstoff derzeit auf 35,0 Millionen Euro. Die Aktie der Deutschen Rohstoff bleibt ein attraktives Investment.
Deutsche Rohstoff-Aktie (Tageschart): Erholung an der 200-Tage-Linie



