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Vectron-Aktie // Unter Wert gehandelt

Von • 1. Juli 2022 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (0)808

Die Tragödie der Vectron-Aktie ist in Zahlen ablesbar: Bei einem aktuellen Börsenwert von 30,5 Millionen Euro, weist der Hersteller von Kassensystemen für Bäckereien und die Gastronomie im Geschäftsbericht 2021 ein Eigenkapital von 25,6 Millionen Euro und liquide Mittel in Höhe von 19,9 Millionen Euro aus. Das heißt: An der Börse bekommen Anleger Vectron unter Wert und erhalten noch einen Teil Bargeld obendrauf. Die Zukunftsaussichten von Vectron werden vom Markt somit nicht sonderlich positiv eingeschätzt.

Tatsächlich lief es im ersten Quartal 2022 nicht sonderlich gut für Vectron: Das Unternehmen erzielte (nach HGB) einen Umsatz von 7,1 Millionen Euro (Vorjahr: 9,0 Millionen Euro) und einen operativen Gewinn (Ebitda) von minus 0,1 (0,6) Millionen Euro. Die wiederkehrenden Umsätze verbesserten sich gleichzeitig von 1,5 auf 2,1 Millionen Euro.

Dieser Trend setzte sich wohl auch im zweiten Quartal fort. Durch mögliche Lieferkettenprobleme bei gleichzeitig hoher Nachfrage hatten die Vectron-Fachhändler im Vorjahr hohe Lagerbestände aufgebaut. Da Vectron entgegen der Erwartung in der Lage war, Lieferengpässe weitestgehend zu vermeiden, haben die Händler nun in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2022 diese Überbestände größtenteils abgebaut. Den Abbau der Lagerbestände schätzt Vectron als „fortgeschritten“ ein, aber die Ergebnisse des zweiten Quartals werden wohl nochmals schwächer ausfallen.

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Der Vorstand hat deshalb die Jahresprognose gehörig gesenkt: Für das Geschäftsjahr 2022 wird nun (Rechnungslegung IFRS) ein Umsatz von 27,0 bis 30,0 Millionen Euro, bei einem Ebitda von minus 0,8 bis plus 0,8 Millionen Euro erwartet. In der bisherigen Prognose vom 1. März 2022 ging von einem Umsatz von 33,0 bis 36,0 Millionen Euro aus, bei einem Ebitda von 1,9 bis 3,4 Millionen Euro.

Das ist zweifellos ein herber Rückschlag für Vectron. Dennoch dürfte die Digitalisierung gerade im Gastgewerbe, vermutlich verbunden mit einem Trend zur Selbstbedienung, aufgrund von Personalmangel, weiter voranschreiten. Der Bedarf an intelligenten Kassensystemen mit Funktionen für Reservierungen, Gutscheinen/Kupons, Takeaway, Lieferungen, Payment als Cloud-Dienst dürfte eher zunehmen. Vectron schätzt, dass die wiederkehrenden Einnahmen von 6,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 9,0 bis 9,5 Millionen Euro in diesem Jahr zunehmen.

Die Aktie von Vectron bleibt ein spekulatives Investment, auch wenn die Börse bereits viele Risiken eingepreist haben dürfte. Charttechnisch befindet sich das Papier in einem intakten Abwärtstrend.

GBC Investment Research schätzt aktuell (22. Juni 2022) ein Kursziel von elf Euro und vergibt ein Kaufen.

Vectron-Aktie (Tageschart): Charttechnisch keine Bodenbildung in Sicht

Vectron Systems

Bildquelle: Vectron; Chartquelle: Guidants.com
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