Eyemaxx, Aktie, Immobilien

Eyemaxx-Anleihen // Fairer Kompromiss für Gläubiger

Von • 1. April 2021 • AnleihenvisionenComments (0)1941

Corona hat Spuren hinterlassen, auch in der Immobilienbranche. Besonders bei Gewerbeimmobilienprojekten war das Virus ein Schlag ins Kontor und traf auch Eyemaxx Real Estate. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren als eine feste Größe am Immobilien- und Kapitalmarkt in Deutschland und Österreich etabliert. Dabei ist die Gesellschaft sowohl erfolgreich als Projektentwickler als auch in der Bestandshaltung unterwegs. Die aktuelle Projektpipeline beläuft sich auf mehr als eine Milliarde Euro, so das Unternehmen. Zudem gilt Eyemaxx am Kapitalmarkt als zuverlässiger Anleiheemittent. Inzwischen hat das Unternehmen bereits sieben Anleihen zurückgezahlt.

Für das vergangene Geschäftsjahr wird Eyemaxx einen deutlichen Verlust ausweisen. Zurückzuführen ist dieser auf Wertanpassungen bei Gewerbeprojekten, vor allem bei Hotels, aufgrund der Pandemie. Diese hinterlassen zwar Spuren in der Bilanz, seien jedoch temporär und nicht-liquiditätswirksam, wie CEO Michael Müller betont. Weil sich die Situation um Covid-19 nach dem Geschäftsjahresende von Eyemaxx im Oktober 2020 weiter verschärft hat, agieren die Wirtschaftsprüfer nun noch vorsichtiger als ohnehin schon und verlangen offenbar weitere Wertanpassungen, die über die vorliegenden Gutachten externer Immobiliengutachter hinausgehen. Jedoch zeigt sich Müller durchaus zuversichtlich, dass es bei den Gewerbeprojekten zu Wertaufholungen kommen wird. Schließlich habe man für die Hotels bereits langjährige Pachtverträge mit renommierten Hotelbetreibern abgeschlossen.

Weil die Wertberichtigungen zu einem Buchverlust führen und deshalb die Eigenkapitalquote von Eyemaxx sinken könnte, steuert das Unternehmen bei seinen noch ausstehenden Anleihen gegen. Gemäß dem Motto „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ will Eyemaxx noch vor der Testierung des Jahresabschlusses die Anleihebedingungen der Anleihen 2018/23, 2019/24 und 2020/25 anpassen. Dazu lädt Eyemaxx die Anleihegläubiger zu einer Abstimmung ohne Versammlung ein, die im vom 6. bis 8. April läuft.

Bei dieser sollen die Gläubiger der Anleihen 2018/23 und 2019/24 der Absenkung der Einhaltung der Mindesteigenkapitalquote im Konzern auf 15 Prozent zustimmen beziehungsweise soll bei der Anleihe 2020/25 die Mindesteigenkapitalquote von 15 Prozent fortbestehen. Darüber hinaus soll bei fehlender Einhaltung der Mindesteigenkapitalquote von 15 Prozent und bei fehlender Wiederaufholung dieser Quote innerhalb einer Frist von zwölf Monaten eine zusätzliche Verzinsung von 0,5 Prozent pro Jahr gezahlt werden. Fällt die Eigenkapitalquote unter zehn Prozent, soll Eyemaxx verpflichtet werden, jeweils einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen.

Das einflussreiche Fondsmanagement der KFM Deutsche Mittelstand AG, Initiator des Deutsche Mittelstandsanleihen Fonds mit einem Volumen von rund 196 Millionen Euro, hat nun gegenüber mainvestor angekündigt, dem Vorschlag zur Anpassung der Eigenkapitalquote zuzustimmen. Nach Angaben des Managements ist der Fonds mit knapp zehn Millionen Euro in Eyemaxx-Anleihen investiert. Das Wort des renommierten Managements hat in der Community durchaus Gewicht. Auch Plusvisionen sieht keine Gründe, warum Anleihebesitzer nicht dem Beispiel der KFM folgten sollten. Die Anpassung scheint ein fairer Kompromiss – im Interesse der Anleihegläubiger und des Unternehmens.

Wer Eyemaxx-Gründer und Vorstandschef Michael Müller im persönlichen Statement hören will, der klickt hier. Er erklärt, warum die Änderungen der Anleihebedingungen notwendig sind und gibt einen Ausblick auf die Perspektiven des Unternehmens.

Bildquelle: Eymaxx Real Estate

 

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