Wir sollen künftig mit 211 Milliarden Euro bürgen. Das ist die Höhe der deutschen Garantien für Kredite des Euro-Rettungsschirms EFSF. Das sind 8,4 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschland im Jahr 2010. Und über diese Summe (und eine Ausweitung) soll künftig bei Dringlichkeit und Vertraulichkeit ein Unterausschuss des Haushaltsausschusses des Bundestages, der sich aus 9 Mitgliedern zusammensetzt, entscheiden. Ich fürchte, in Zukunft wird es nur noch dringliche und vertrauliche Fälle geben. Ich halte das für undemokratisch und habe deshalb auch meinen Bundestagsabgeordneten angeschrieben.
Lange Zeit hörte man: das sind ja nur Bürgschaften, um die Märkte zu beruhigen. Aber inzwischen geht es doch um sehr reale Rettungen. Geld soll/wird fließen.
Thomas Schumm am 22. September 2011 in Allgemeines
Ja, es ist eine Zeit der Entscheidungen und es ist eine Zeit der Tabubrüche. Also: Damit überhaupt wieder etwas vorangeht, müssen die Schulden weg und Wachstum her. Mit Schulden und Sparen wird es im günstigsten Fall ein langes Siechtum und im schlechtesten Fall den totalen Zusammenbruch geben. Wollen wir das? Nein. Dürfen wir dann domatisch sein? Nochmal nein.
Die Situation ist verfahren, weil in der Vergangenheit zu viele Fehler und vor allem zu viele Schulden gemacht wurden. Und wie das so ist, wenn sich zu viel Schmutz angesammt hat, braucht es zunächst grobe Besen und vielleicht auch unorthodoxe Methoden.
Eine zentrale Rolle kommt in diesem schutzigen Geschäft dabei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu. Um die Märkte zu befrieden und auch, um die Schuldenproblematik aus der Welt zu schaffen, muss sie das Signal geben, alle, aber auch alle Staatschulden aufzukaufen oder dies auch tatsächlich tun und zugleich die Wirtschaft und die Finanzmärkt mit reichlich Liquidität zu versorgen (was dann ohnehin geschehen würde). Dann wäre Ruhe.
Inflation ist derzeit sicher nicht das drängenste Problem, angesichts einer drohenden Rezession.
Dann braucht es nominelles Wachstum und irgendwann auch Inflation, um die Schulden zu entwerten. Zugleich kann mit den eigentlichen Aufräumarbeiten und der Schaffung eines neuen Systems begonnen werden.
Thomas Schumm am 16. September 2011 in Allgemeines
Das Grollen der Geschütze ist noch immer nicht verhallt. Die Erschütterungen lassen die schweren Bunkermauern erzittern. Inzwischen rieselt sogar Mörtel von der Decke. Die Lage wird immer unüberschauberer. Auch die deutschen Truppen verlieren nun zunehmend an Schwung.
Es wird Kuchen serviert.
M. greift beherzt zu.
M.: Die Griechen sind verloren …
Sch.: Wir werden nicht kapitulieren …
M.: Welche Armee können wir noch ins Feld führen? ESM oder EFSF oder EZB oder wo ist dieser Wenck?
Sch.: Wer oder was ist Wenck? Jemand von der Franzosen? Bringt er neue Milliarden?
M.: Egal.
Sch.: Wir brauchen einen Plan, eine Idee.
M.: Hatte ich noch nie.
R.: Wir müssen endlich die Wahrheit sagen! Sagte schon Konfuzius oder …
M.: Niemals!
Sch.: Niemals!
R.: Doch!
M.: Uns glaubt doch eh keiner mehr. Unsere Durchhalteparolen. Die Griechen waren schon immer verloren …
Sch.: Sagen sie das nicht, uns könnte jemand hören und wer weiß, was dann an der Front passiert.
M.: Die Front. Die Front. Sie ist mir ziemlich egal, aber ich will in meinem Bunker bleiben. – Und sie! [zu R.] Ich habe einmal an sie glaubt und jetzt das …
R.: Meine Truppen sind völlig aufgrieben. Ich muss den Rest retten, um zu überleben.
Sch.: Die Griechen könnten sich weiter zurückziehen und konsolidieren.
M.: Die Griechen brechen ohnehin schon ein, die Truppen desertieren. Da geht nichts mehr. Da hilft nur ein Entlastungsangriff mit vielen Opfern in den eigenen Reihen.
Sch.: Aber die Wunderwaffen?
M.: Was für Wunderwaffen?
Sch.: Man nennt sie Euro-Bonds.
M.: Ausgereift?
Sch.: Kaum, aber in der jetzigen Situation …
M.: Ich wollte die Dinger nie. Was wird das Volk sagen?
Sch.: Alternativen? Das Volk hat zu folgen!
R.: Die Wahrheit!
M.: Bloß nicht. Sie werden schon so unangenehm, wie dieser andere Krakeeler. Ruhig jetzt, Erwachsene unterhalten sich. [zu Sch.] Geben sie den Befehl, dann werden wir ja sehen. Der Kuchen ist hervorragend.
Thomas Schumm am 15. September 2011 in Allgemeines
… zumindest ist auch Japan ein bisschen Griechenland. Sagt nicht irgendwer, sondern der neue Regierungschef Naoto Kan: “Wie wir es an den Irritationen in der Euro-Zone sehen können, die von Griechenland ausgegangen sind, gibt es ein Ausfallrisiko, wenn die wachsenden Staatsdefizite missachtet werden und das Vertrauen am Anleihenmarkt verloren geht. Nippon ist eines jener Länder, die die Sache mit der Staatsverschuldung perfektioniert haben. Sie betragen gut 200 Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt).
Allerdings muss man sagen: Die Japaner finanzieren ihre Schulden überwiegend selbst. Auf das Ausland sind sie nicht angewiesen. Zudem sind sie eine der größten Gläubigernationen weltweit (auch sie finanzieren fleißig das US-Defizit). Das Problem der Japaner (wie auch das von uns Deutschen) ist die Alterung der Bevölkerung. Was heißt: Theoretisch(!) wird im Alter weniger gespart (wozu auch?) und mehr ausgegeben (wirklich?). Wenn dem so ist, dann könnte demnächst in Japan ein wichtiger Financier für die Staatsschulden wegfallen. Zugleich besteht aber die Hoffnung, dass die Mehrausgaben (Konsumfreude der Alten) sich auch in höheren Steuereinnahmen niederschlagen, womit wiederum Schulden getilt und/oder Zinsen gezahlt werden können.
Verschäfend kommt in Japan hinzu: Dort kann kaum gespart werden ohne die ohnehin schon schwelende Deflation der zurückliegenden 20 Jahre noch weiter zu verschärfen. Ein durchs Sparen provozierter Rückfall in eine Rezession kann sich Japan (eigentlich) nicht erlauben. Bei diesen Voraussetzungen kann man der neuen japanischen Führungsriege nur gutes Gelingen wünschen. Bis Ende Juni sollen Pläne vorliegen.
Thomas Schumm am 11. Juni 2010 in Allgemeines
db x-trackers, die Exchange Traded Fund (ETF) Plattform der Deutschen Bank listet drei neue ETFs auf Xetra in Frankfurt. Außerdem werden die bereits an der Euronext gelisteten Produkte, CAC 40 und CAC 40 Short ETFs ebenfalls auf Xetra notiert.
Die neuen ETFs ermöglichen dem Investor den Marktzugang zu regionalen Märkten in Asien und Europa.
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Thomas Schumm am 10. Februar 2009 in Allgemeines
Qimonda ist pleite. Das Tochterunternehmen des DAX-Werts Infineon. Die Aktie befindet sich im freien Fall.
Da zeigt sich wieder: Auch bei den Töchtern der ganz Großen darf man sich als Anleger nicht in Sicherheit wiegen. Besser ist: breit gestreut investieren. Einfach machen das ETFs, die zwar ähnlich wie Aktien gehandelt werden, aber doch auf einen ganzen Index setzen.
Thomas Schumm am 23. Januar 2009 in Allgemeines
Jetzt können Renten-Anleger, die auf Staatsanleihen setzen wollen, auch global agieren:
db x-trackers, die Exchange Traded Fund (ETF) Plattform der Deutschen Bank, hat an der Deutschen Börse den weltweit ersten ETF auf globale Staatsanleihen gelistet. Dieser neue ETF basiert auf dem Global Investment Grade Government EUR Hedged Index, der von der Deutschen Bank aufgelegt wurde. Der Global Sovereign EUR Hedged Index ETF erlaubt den Investoren einen einfachen Zugriff auf Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating.
Thomas Schumm am 22. Januar 2009 in Allgemeines