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Marketwatch // Strategie 2015 :: Rückblick 2014 :: DAX :: Merck :: Adidas :: Bund :: Griechenland :: Euro :: Russland :: Öl :: Gold

by • 30. Dezember 2014 • MarketwatchComments (0)2032

Sherlock_221b // Was Sie über die Märkte wissen sollten.

301214 // Hach, was für ein Börsen-Jahr. Der DAX klettert um 2,6 Prozent. Der TecDAX klettert das dritte Jahr in Folge und verbessert sich 2014 um stattliche 17 Prozent. Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 2012. Der Bund Future (Bundesanleihen) klettern als gäbe es kein Morgen mehr und die Umlaufrendite fällt entsprechend von 1,65 auf 0,48 Prozent in diesem Jahr. EZB-Präsident Mario Draghi sei Dank. Er will ja nach wie vor alles für den Euro tun, das hilft, sehr. Das schrecken selbst Neuwahlen in Griechenland kaum noch, egal ob dort eine Linkspartei an die Macht kommen könnte, die nicht mehr sparen, sondern einen Schuldenschnitt haben will. Draghi hat inzwischen mit allen Traditionen der Deutschen Bundesbank gebrochen. Er kauft alles, was er in die Finger bekommen (könnte) und redet den Euro herunter, damit es endlich wieder mehr Inflation gibt und auch, um die europäische Industrie auf den Weltmärkten wettbewerbsfähiger zu machen. Da ist es auch gar nicht mehr so schlimm, wenn die Unternehmensgewinne nicht so recht sprudeln wollen. Bei den niedrigen Zinsen braucht es – eigentlich – gar keine Gewinnsteigerungen mehr. Zehnjährig Bundesanleihen rentieren nur noch mit 0,54 Prozent, woraus sich ein Anleihen-KGV von 185(!) errechnet. Davon ist der DAX mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 weit entfernt, übrigens auch von seinem langjährigen historischen Durchschnitt von 19. In Relation zu Bundesanleihen war der DAX wohl nie attraktiver.

Es ist schon eine verrückte Börsenwelt geworden und wird es wohl auch bleiben. Auch wenn fast keine Rendite mehr mit Bundesanleihen zu verdienen sind, bleiben diese attraktiv. Sie sind so etwa wie ein sicherer Hafen geworden, bei all der Deflationsfurcht. Gold dagegen dümpelt in Dollar gerechnet so dahin, ohne Inflation tut es sich sehr schwer. In Euro gerechnet, durch die Währungsgewinne, konnte man 2014 sogar etwas verdienen. Das könnte auch 2015 wieder so sein, da der Euro wohl schwach bleiben wird, weil es so gewünscht ist und die amerikanische Notenbank (Fed) ein ganz klein wenig auf die geldpolitische Bremse tritt. Gut, das kann sich schnell ändern, wenn es mit der US-Konjunktur 2015 nicht so gut laufen sollte.


Manch einer orakelt ja, dass der Öl-Preis dafür ein Menetekel sei. Er falle, weil die Weltwirtschaft nicht so recht in Schwung komme und deswegen immer weniger Öl gebraucht werde, aber vielleicht werden wir auch sparsamer oder das Angebot ist durch das Schieferöl (Fracking) so groß.

Liquidität und fehlende Alternativen (ungewöhnlich niedrige Zinsen) bleiben wohl auch 2015 die Hauptantriebskräfte für die Aktienmärkte. Natürlich gibt es auch Risiken, die gibt es immer: Draghi könnte zurücktreten und Staatspräsident in Italien werden, was sicherlich ein Schock für die Märkte wäre. Man stelle sich vor Jens Weidmann von der Bundesbank würde übernehmen. Russland bereitet auch Sorgen, da der Kalte Krieg ein ungeahntes Revival erleben könnte. Oder, nur mal angenommen, Chinas Wirtschaft bricht ein. Oder dass Japan immer mehr Geld druckt und dadurch die Kontrolle über den Yen verliert. Oder dass Hacker (aus Nordkorea) das globale Internet lahmlegen. Und dann noch all die schlimmen Dinge (schwarze Schwäne) von denen wir jetzt noch keine Ahnung haben …

Gegen diese Risiken hilft nur Grundsolides mit hohen Dividenden, eine gewisse Streuung und langfristiges optimistisches Denken. In diesem Sinne, ein erfolgreiches 2015.

Bildquelle: Dieter Schütz / pixelio.de [bearbeitet]

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