Aumann, IPO, Aktie, Börsengang, Emobilität

Aumann Aktie // Schönheit in schwindelnden Bewertungshöhen

by • 30. Oktober 2017 • Aktienvisionen, Anlagevisionen, FeatureComments (1)1573

Es war angerichtet: E-Mobilität. Ein Reizwort dieser Tage ohnehin, also auch für Anleger – oder die besonders. Ende März kam die Aktie des Maschinenbauers Aumann (A2DAM0) mit recht großem Jubel an die Börse [wir berichteten hier]. Die Zuteilung lag bei 42,00 Euro und der erste Kurs bei 48,20 Euro. IPO geglückt. Es war der erste in diesem Jahr. Doch das war lediglich der Auftakt zu einer fulminanten Hausse der Aumann-Aktie.

Mitte Oktober erreichte das Papier des Autozulieferers, der eben auch im Bereich Elektromobilität kräftig mitmischt und noch mehr mitmischen möchte, ein vorläufiges Hoch von rund 95,50 Euro. Dann allerdings kamen die Zahlen für das dritte Quartal. Diese fielen durchaus nicht übel aus, aber eben nicht gut genug für die hohen Erwartungen des Markts.

In den ersten neun Monaten wuchs der Aumann-Umsatz um 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 140,3 Millionen Euro und der Betriebsgewinn (Ebit) um 26,4 Prozent auf 15,1 Millionen Euro. Das E-Mobility-Segment erzielt in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 40,3 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 4,8 Millionen Euro.

Das dritte Quartal liegt allerdings deutlich unter den Erwartungen, was nach Einschätzung des Managements durch das starke organische Wachstum bedingt ist.“

Sätze wie: „unter den Erwartungen“ kommen natürlich bei den schwindelnden Bewertungshöhen, welche die Aumann-Aktie erreicht hat, nicht gut an – es ging bis auf 70 Euro abwärts. Und auch auf diesem Niveau ist das Unternehmen noch immer mit 1,1 Milliarden Euro (stolz) bewertet, denn bei einem für diese Jahr geschätzten Jahresüberschuss von 17 Millionen Euro würde sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 65 errechnen.

Hier wird deutlich: Die Börse hat in den Kurs schon sehr viel Zukunftsgewinnsteigerungen eingepreist, denn, damit das KGV auf beispielsweise 17 sänke, müsste der Jahresüberschuss bei 65 Millionen Euro liegen, also in den kommen den fünf Jahren um jeweils 31 Prozent steigen, was nicht unmöglich, aber doch ambitionierte Aufgabe ist.

Da ist natürlich hilfreich, dass Aumann weiter wächst und kürzlich den Automatisierungsspezialisten USK mit einem Umsatz von 70 Millionen Euro übernommen hat. USK ist stark bei der Fertigung und Konstruktion von Brennstoffzellen. Das könnte gut zu Aumann passen.


Charttechnisch hat sich die Aktie bei der Unterstützungslinie (Mai-Hoch) von 73,00 Euro gefangen. Zuletzt ging es wieder deutlicher aufwärts. Technisch ist noch nicht klar, ob es sich um eine Konsolidierung im Abwärtstrend handelt (Flagge) und es anschließend noch einen Schub bis auf 60,00 Euro gibt – oder, ob dies schon die Wende ist.

Angesichts der stattliche Bewertung sollten Anleger vielleicht nicht gleich Haus und Hof auf Aumann wetten, auch wenn es ein schönes Unternehmen ist. Eine Art Discounter auf Aumann bleibt die Aktie der Mutter MBB (A0ETBQ). Die Beteiligungsgesellschaft ist an der Börse rund 650 Millionen Euro wert. Das ist nicht viel mehr als der 53,6-Prozent-Anteil, den MBB noch an Aumann hält. Der kommt auf einen Marktwert von aktuell knapp 600 Millionen Euro.

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Bildquelle: Aumann

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