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Marketwatch // DAX, China, Renimnbi, Japan, Euro-Zone, Zinsen, Inflation, Konjunktur

by • 30. Oktober 2015 • MarketwatchComments (0)945

Für die Kurs-Entwicklung an den Aktien-Börsen gibt es drei wesentliche Treiber. Erstens: die Unternehmensgewinne, die stark von der Konjunktur abhängen. Zweitens: die Liquidität Aktien zu kaufen. Drittens: die Zinssätze, mit denen künftige Unternehmensgewinne auf den heutigen Tag zurückgerechnet werden. Nachdem die Zinsen schon seit einiger Zeit bei Null sind und sich an diesem Zustand auch in naher Zukunft nicht viel ändern dürfte, kann dieser Faktor getroßt vernachlässigt werden.

Also dreht sich derzeit alles um die Konjunktur (Unternehmensgewinne) und die Liquidität. Geld ist durch die Politik der Notenbanken zwar jetzt schon reichlich vorhanden, aber die Märkte hoffen auf noch mehr. Dieses Mehr hängt aber ganz wesentlich von der globalen Wirtschaftentwicklung ab. Was macht China, wie läuft es in Japan, den USA und der Eurozone?

In Japan scheint sich Verzweiflung breit zu machen. Die Bank von Japan erwartet ein Erreichen des Inflationsziels von 2 Prozent nun erst im März 2017. Noch mehr Geld als ohnehin schon will sie dafür aber – vorerst – nicht drucken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Tatsache ist, dass die Inflation in diesem Jahr bei 0,1 Prozent und das Wachstum bei 0,6 Prozent. Sind die Abenomics damit gescheitert? Wer weiß schon, wie es ohne die Anleihenkäufe der Notenbank aussehen würde? Doch es wächst das Gefühl, dass die Bank von Japan und auch Ministerpräsidten Shinzo Abe bald liefern müssen. Sonst könnte es sein, dass das Vertrauensgebäude in Japan zusammenbricht.

Unterdessen scheint sich die Konjunktur in den Eurozone etwas zu festigen. Die Arbeitlosigkeit ist auf den tiefsten Stand seit dem Krisen-Jahr 2012 gefallen. Mit den Preissteigerungsraten ging es im Oktober immerhin nicht mehr abwärts, von 2 Prozent Inflation ist man jedoch auch hier mit 0,0 Prozent weit entfernt. EZB-Präsident Mario Draghi wird sich das sehr genau ansehen – und die Märkte auch. Sie hoffen auf eine Ausweitung des Anleihekauf-Programms.

China interveniert weiter kräftig an den Devisenmärkten um den Renminbi zu stützen. Dazu verkauft die People’s Bank of China (PBOC) Teile ihrer Währungsreserven in Form von US-Staatsanleihen oder europäischen Staatsanleihen. Die PBOC will damit das Vertrauen in die chinesische Wirtschaft stärken und Kapitalabflüsse verhindern. Womöglich verpulvert sie aber nur ihre Währungsreserven und kann letztlich einen Renminbi-Absturz doch nicht verhindern.

Ergo: Die globale Konjunktur ist angeschlagen, aber nicht schwach. China gibt sein Bestes, seine Währungsreserven, um Schlimmeres zu verhindern. Japan und die Eurozone werden wohl weiter Geld drucken (müssen). Und ob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember die Leitzinsen anhebt, weil sie sich darauf schon (fast) festgelegt hat, ist nach wie vor fraglich, auch wenn es um Glaubwürdigkeit geht.


Bei DAX & Co. überwiegt die Freude über mögliche weiter monetäre Impulse. Diese dürften die Kurse weiter nach oben schieben. Die Notenbanken machen Kurse.

 

 

Bildquelle: Volker Kraus Pixelio.de


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