ING-Stratege Valentijn van Nieuwenhuijzen: Die Risikoneigung der Anleger wächst, aber langsamer als in der Vergangenheit

by • 30. April 2014 • AußenvisionenComments (0)1424

Eine Außenvision von Valentijn van Nieuwenhuijzen, Head of Strategy Multi-Asset bei ING Investment Management. „Anleger zeigen sich aktuell relativ unbeeindruckt gegenüber Risiken. Viele dieser Problemfeldder sind wohl schon bekannt.“

Nach den neuesten Erkenntnissen aus ING Investment Managements Risk Rotation Survey ist die Risikoneigung institutioneller Investoren in den vergangenen sechs Monaten zwar gestiegen, aber eindeutig langsamer als in der Vergangenheit. Im ersten Quartal 20014 gaben 42 Prozent der institutionellen Investoren an, dass ihre Risikoneigung in den vorangegangenen sechs Monaten zugenommen habe. Demgegenüber war sie bei 19 Prozent der Befragten gesunken. Die entsprechenden Werte für das vierte Quartal 2013 liegen bei 56 beziehungsweise 11 Prozent.

> Nach Ansicht von 70 Prozent der institutionellen Investoren sind Aktien in punkto Risiko/Ertrag die attraktivste Anlageform.

> Wirtschaftspolitische Risiken gelten zwar immer noch als die gefährlichsten, doch in China ist das Risiko am deutlichsten gestiegen.

> 51 Prozent der institutionellen Investoren gehen davon aus, dass sich die Emerging-Market-Assetklassen in den nächsten drei bis sechs Monaten erholen werden, 22 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt.

Trotz der erheblichen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme, denen wir uns heutzutage gegenübersehen, zeigt sich die Anleger relativ unbeeindruckt: Viele dieser Risiken sind entweder bereits bekannt oder werden als nicht systemisch wahrgenommen. Insofern erwarten die Anleger hier keine bösen Überraschungen. Die Probleme in Europa zum Beispiel sind nicht verschwunden, doch da die Situation sich in den letzten Monaten beruhigt hat, geht kaum noch jemand von einem Auseinanderbrechen der EU aus. Die möglichen Konsequenzen der Krise zwischen Russland und Ukraine sind weniger klar, insofern verstärkt diese Situation die Nervosität bei Investoren und schlägt ihnen sozusagen auf den Risikoappetit.“


Institutionelle Investoren steuern das Risiko in ihren Portfolios nun effektiver. Laut eigener Angaben haben 67 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten ihre Diversifikation erhöht, während 30 Prozent ihren Anteil risikoreicher Anlageformen reduziert haben. 16 Prozent haben ihre Barpositionen ausgebaut und 15 Prozent engagieren sich jetzt stärker bei „liquideren“ Anlageformen. Auch die Investmentstrategien, die nach Meinung der Befragten in den kommenden sechs bis zwölf Monaten am besten abschneiden werden, spiegeln diese Maßnahmen wider: 56,5 Prozent nannten Multi-Asset-Strategien, gefolgt von 23 Prozent beziehungsweise 22 Prozent, die Balanced- oder Total-Return-Strategien nannten.

Geografisch finden sich die besten Investmentchancen in Hinblick auf das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag nach Ansicht von 30 Prozent der Befragten in den USA. 24 Prozent nannten Großbritannien, 18 Prozent die Emerging Markets und 13 Prozent Europa.

 


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