Mao, China

Aixtron / SGL Carbon / Kuka // Hilfe, die Chinesen kommen? / Discount-Zertifikate

by • 28. Mai 2016 • PlusvisionenComments (0)2062

Es scheint so, als basteln die Chinesen an ihrer Zukunftsfähigkeit. Obwohl – oder gerade deswegen – es im eigenen Land mit der Wirtschaft derzeit nicht sonderlich gut läuft, befinden sich die Chinesen auf Einkaufstour. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Chinesen Aixtron, einem kriselnden Hersteller von Maschinen zur Produktion von Leuchtdioden (Halbleiterindustrie), ein Kaufangebot unterbreitet haben. Die Aktien-Kurs schnellte nach oben (wir berichteten hier).

Nun bieten die Chinesen auch beim Roboterproduzenten Kuka, der einmal aus der IWKA hervorgegangen ist, mit. 115 Euro will die chinesische Midea-Gruppe bezahlen. Aktuell steht der Kurs bei knapp 108 Euro. Vorstandschef Till Reuter äußerte sich dezent positiv zu dem Vorschlag, schließlich will man auf dem chinesischen Markt gut Geschäfte machen. Privataktionäre und Aktionärsschützer äußerten sich auf der Hauptversammlung (27. Mai 2016) eher skeptisch. Es ist von einem Ausverkauf deutscher Schüsseltechnologie die Rede und dass derartiges in den USA, in Frankreich und vor allem auch in China undenkbar wäre. Midea hält bereits 10,2 Prozent an Kuka. Nun möchte man mindesten 20 Prozent der Stimmrechtsanteile. Größter Anteilseigner ist derzeit die Voith-Industriegruppe mit 25,1 Prozent. Der Streubesitz liegt bei 54,6 Prozent.

Anscheinend sind die Chinesen (Staatskonzern ChemChina) auch an SGL Carbon interessiert. Der Aktien-Kurs schnellt um 27 Prozent nach oben. SGL Carbon durchlebt gerade schwere Zeiten, weil das Graphitelektrodengeschäft durch die Überkapazitäten im Stahlbereich unter einem ruinösen Preisdruck leidet. Eigentlich will man diesen Geschäftsbereich abspalten (wir berichteten hier). Quandt-Erbin Susanne Klatten hält 24,5 Prozent, BMW 18,4 und VW 9,9 Prozent. 37 Prozent befinden sich im Streubesitz. Sicherlich will man das Segment Graphitelektroden an die ChemChina loswerden; die Chinesen seien aber angeblich an SGL Carbon komplett interessiert.


Die Chinesen scheinen ernsthaft daran interessiert deutsche Technologie zu erwerben. Ob das von Vorteil für die Aktionäre ist? Hätten sie womöglich langfristige bessere Kurs-Chancen oder sind die Offerten letzte Rettung bei den arg gebeutelten Unternehmen Aixtron und SGL Carbon? Aixtron und SGL Carbon verbrennen Geld. Die Aussichten für dieses Jahr sind trübe. Die Kurse der beiden Aktien haben inzwischen wieder ein Niveau erreicht, das sie ohne eine angekündigte Übernahme (Aixtron) und ohne Übernahmegerüchte (SGL Carbon) nicht erreicht hätten. Auch die Kuka-Aktie hat von dem geplanten Einstieg profitiert. Für die Aktionäre sind das schöne Kurs-Bewegungen, über die man sich freut. Ist es auch gut für den Industriestandort Deutschland? Strategische Partnerschaften mit China können durchaus sinnvoll sein, wenn wir weiterhin dorthin exportieren wollen. Man muss allerdings aufpassen, sich das Heft des Handeln nicht aus der Hand nehmen zu lassen.

Interessant könnten in dieser Situation auch Discount-Zertifikate sein, die auch von Seitwärtsbewegungen profitieren.

Aktie           WKN                Rendite %         Rendite % p.a.                 Discount                Cap €

Kuka            CD4E8R                5,3                             9,2                                      11,7                    100,00

SGL
Carbon       CD3H5D               6,6                             20,3                                    21,7                       11,20

Aixtron       CN3K1U               12,5                          21,9                                       13,8                       5,50

 

Charts zum Durchklicken

SGL_Carbon_270516
Aixtron_270516
Kuka_270516

 

 


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